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Meerbusch
Neuer Polizeichef tritt Dienst an

Meerbusch: Neuer Polizeichef tritt Dienst an
Kurt Koenemann (59) wurde gestern als neuer Polizeichef von Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage begrüßt. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Zwei Monate war die Stelle des Meerbuscher Polizeichefs unbesetzt. Gestern wurde Kurt Koenemann als neuer Wachleiter vorgestellt. Dem Thema Navi-Diebstahl will er besondere Aufmerksamkeit widmen. Von Sebastian Peters

Der neue Meerbuscher Polizeichef will im engen Dialog mit der Stadtverwaltung für Sicherheit und Ordnung sorgen. Bei seiner gestrigen Vorstellung auf der Wache in Meerbusch an der Holbeinstraße erklärte Kurt Koenemann (59), auch das Thema Navi-Diebstähle, seit Jahren in Meerbusch ein Dauerproblem, bekämpfen zu wollen. Er kündigte verdeckte Ermittlungen an, sagt aber auch: "Uns als Polizei wäre sehr geholfen, wenn die Leute häufiger ihren Pkw und nicht die Gartenmöbel in die Garage stellen."

Seit Anfang des Monats ist Koenemann erster Mann bei der Meerbuscher Polizei und Chef von 41 Mitarbeitern - im Wach- und Wechseldienst und im Bezirksdienst. Er folgt auf Wolfgang Tietze, der als Wachleiter Ende 2015 in den Ruhestand gegangen war. "Mich freut, dass die Stelle so schnell nachbesetzt werden konnte", sagte gestern Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU) bei der Vorstellung des Polizeichefs in Richtung ihres Landrats, Hans-Jürgen Petrauschke (CDU). Dies sei keinesfalls eine Selbstverständlichkeit.

Mit Koenemann haben auch zwei neue Bezirksdienstbeamte ihren Dienst angetreten: Bernd Wolters ist für Lank-Latum zuständig, Peter Fliescher für Büderich-West. "Die Bezirksbeamten sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken", sagte Angelika Mielke-Westerlage.

Der neue Chef Koenemann ist seit 1975 bei der Polizei NRW tätig, war im Wachdienst Kaarst, in Neuss und beim Verkehrsdienst, kurzzeitig auch im Lagezentrum des Innenministeriums NRW, wurde 2001 Dienstgruppenleiter, leitete dann neun Jahre die Wache in Dormagen. Als Dormagener Polizeichef folgte er damals ebenfalls auf Wolfgang Tietze. Als "Polizist mit breit gestreuten Erfahrungen", beschrieb ihn Landrat Petrauschke. Privat lebt Koenemann in Neuss, ist verheiratet und seit 1980 aktiver Teilnehmer beim Neusser Bürgerschützenfest, als Adjutant bei der Neusser Schützenlust. Er treibt Sport (Skifahren und Rudern), liest Bücher und besucht klassische Konzerte. Für ihn schließt sich beruflich mit dem Antritt des Dienstes in Meerbusch ein Kreis: 1978 startete er nach seiner Ausbildung als Polizist hier.

Konkrete Aussagen über Meerbuscher Problemfelder und Strategien wollte sich Koenemann gestern nicht entlocken lasen. Aus Respekt vor seinem Amtsvorgänger will er zunächst Entwicklungen beobachten. Beim Thema "Nachtabschaltung" wollte er sich entsprechend noch nicht positionieren. "Diese Entscheidung kann ich der Stadt nicht abnehmen." Die reinen Zahlen, das belegen die aktuellen Erhebungen der Polizei, sprechen nicht zwingend für eine Wiederaufhebung der Nachtabschaltung. Darauf machte auch Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage aufmerksam: "Wir hatten seit 2006 eine Verfünffachung der Einbrüche am Tag, aber trotz Nachtabschaltung nur eine Verdopplung in der Nacht." Dennoch, so die Bürgermeisterin, müsse auch das subjektive Sicherheitsempfinden berücksichtigt werden. Personell muss der neue Polizeichef keinen Aderlass erwarten. Die Zahl der Polizisten für Meerbusch werde im Schnitt bei 41 bleiben.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke frohlockte gestern, dass die Entwicklung der Kriminalitätszahlen im Rhein-Kreis durchaus überraschend sei. Am 14. März wird er in Grevenbroich die neuen Zahlen präsentieren. Insbesondere beim Thema Einbrüche sei eine Überraschung zu erwarten, sagte er. "Die Menschen fühlen sich zunehmend unsicher, aber das hat mit den tatsächlichen Entwicklungen nichts zu tun."

Quelle: RP
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