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Meerbusch
Neues Verfahren für die Kanalsanierung

Meerbusch. Die Stadt Meerbusch wird ab Dienstag, 16.08.2016, den Mischwasserkanal "An der Bundesbahn" in Meerbusch Osterath im so genannten Wickelrohrverfahren sanieren. Was steckt dahinter?

Klingt kompliziert und technisch: Ein Kunststoffprofil wird mit einem seitlichen Nut und Federschloss über die Kanalschächte in den Kanal eingebracht und im Kanalschacht spiralförmig in den Kanal eingewickelt. Hinter dieser Beschreibung steht das sogenannte Wickelrohrverfahren, mit dem ab Dienstag der Mischwasserkanal in Osterath saniert wird. "Damit der Kanal die Sanierung der Fahrbahn, die im Oktober ansteht, übersteht, soll er mit einem statisch selbsttragenden Liner versehen werden. Dieser Liner wird im Wickelrohrverfahren in geschlossener Bauweise, ohne die Straße aufzureißen, in den Kanal eingebracht", erklärt Matthias Unzeitig, Leiter des Bereiches Kanäle.

Da der Zufluss der Kanalhaltung (so bezeichnet man das Kanalstück zwischen zwei Schächten) unter den Gleisen lang führt, müsste bei einer Sanierung mittels eines Schlauchliners - so wie diese Schäden normalerweise saniert werden würden - das Abwasser auf der gegenüberliegenden Bahnseite aufgefangen und mit Rohrbrücken über die Gleise geführt werden, um es unterhalb der Sanierungsstrecke wieder in den Kanal einzuleiten. Da diese Abwasserhaltung sehr aufwendig und teuer sei, so Unzeitig, und die Koordination mit der Bundesbahn eine lange Vorlaufzeit benötige, habe sich der Fachbereich Straßen und Kanäle der Stadt Meerbusch für das Wickelrohrverfahren entschieden, das zum ersten Mal in der Stadt Meerbusch angewendet wird.

"Während der Sanierungsarbeiten mit diesem Verfahren kann der Kanal in Betrieb bleiben, ohne dass eine aufwendige Abwasserhaltung betrieben werden muss. Eine offene Sanierung des Kanals kam nicht in Frage, da diese Kosten um ein Vielfaches höher sind als die geschlossene Bauweise", so Unzeitig. Die Kosten für die Sanierung der vier Kanalhaltungen mit einer Gesamtlänge von 180 Meter belaufen sich nach seinen Angaben auf rund 183.000 Euro. Die Firma Geiger Kanaltechnik aus Bayern mit ihrer Niederlassung in Bochum ist eine der wenigen Firmen, die diese Spezialarbeiten anbieten. Sie braucht drei Wochen für die Arbeiten und die Einbindung der Hausanschlüsse.

Quelle: RP
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