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"Lummerland" in Meerbusch
Nun doch Kinder in marode Kita?

"Lummerland" in Meerbusch: Nun doch Kinder in marode Kita?
Frustrierte Eltern und Kinder: Melanie Wrede und Jakob, Anne Frömmgen und Vinzent, Petra Hacsi und Amelie, Nicole Apel und Jonas, Sonja Matuszek und Paul, Katja Fenster, Susanne Szuha und Emily und Zoey Motes. FOTO: Falk Janning
Meerbusch. 28 Kinder der Kita Lummerland sollen in der alten Kita Sonnengarten betreut werden. Die Eltern sind entsetzt - in dieser Kita gebe es zu viele Mängel. Ihre Forderung: Die Stadt müsse das Gebäude grundlegend sanieren. Von Anke Kronemeyer

Elternabend der Kita Lummerland an der Karl-Arnold-Straße am Montag: Nachdem Kita-Leiterin Elvira Lüders den Eltern von einer neuen Organisation der fünften Gruppe berichtet, sind die meisten der Mütter und Väter entsetzt, eine Mutter soll sogar geweint haben. "Das geht doch alles gar nicht", berichten mehrere Mütter in Anrufen unserer Redaktion.

Was ist passiert? Zurzeit werden in der Kita Lummerland Kinder in vier Gruppen betreut. Weil es im Moment so viele angemeldete Kinder gibt, hat die Stadt beschlossen, eine fünfte Gruppe einzurichten - wohlwissend, dass in dem Gebäude an der Karl-Arnold-Straße eigentlich dafür kein Platz ist. Also wurde erst einmal darüber nachgedacht, die Mensa dafür umzubauen. Damit hätten sich die Eltern arrangiert. Plötzlich eine andere Idee: Die fünfte Gruppe - die mit den fast sechsjährige Vorschulkindern - zieht in die alte Kita Sonnengarten um. Die ist gerade frei geworden, weil die 110 Kinder das neue Gebäude ein paar Meter weiter bezogen haben. Sie ist aber auch frei geworden, weil sie marode war: Die Heizung funktioniert nur zu Teilen, es soll in der Kita stinken, das gesamte Gebäude ist alt. "Und in diese Kita sollen jetzt unsere Kinder?", fragt Melanie Wrede, deren fünfjähriger Sohn von dem Umzug betroffen wäre. Die Tochter von Katja Fenster ist zwar erst vier Jahre alt - "aber uns trifft das dann ja im nächsten Jahr", so die Büdericherin. Die Stadt hatte bei der Einweihung der neuen Kita Sonnengarten zugesichert, dass sich das alte Gebäude - zum Beispiel wegen nicht vorhandener Wände - nicht mehr für eine optimale Betreuung von Kindern in mehreren Gruppen geeignet habe.

Wenn die Lummerland-Kinder jetzt in den alten Sonnengarten einziehen, "ist dort aber nur eine Gruppe untergebracht und es braucht keine Trennwände", hatte Peter Annacker, Leiter des städtischen Fachbereichs Soziales, im Gespräch mit unserer Redaktion am 11. September gesagt. Er hatte versprochen, die Kita zu sanieren. "Diese Sanierung besteht aber nur aus einem Anstrich", sagen die Mütter Wrede und Fenster. Eine andere Mutter habe sich die Kita von innen angesehen und dies bestätigt. "Das reicht uns nicht", sagen die Frauen. Sie fordern von der Stadt eine umfassende Sanierung. Denn dass es Platz für eine neue Gruppe geben muss, wird nicht bezweifelt. Wrede: "Wir brauchen auch eine vernünftige personelle Lösung." Im Moment werde davon gesprochen, dass die Kinder von wechselnden Erzieherinnen betreut werden, weil sie im Schichtdienst arbeiten. Melanie Wrede: "Es ist geplant, dass die Kinder erst zur normalen Bringzeit in die Kita Lummerland gehen, dort ankommen, sich aber kurze Zeit später wieder anziehen und in die Kita Sonnengarten gehen sollen." Sie glaubt, dass die Kinder so unter Stress leiden würden. "Das ist doch alles kein gutes pädagogisches Konzept."

Nach Meinung des Beigeordneten Frank Maatz ist die Lösung in der alten Kita die beste Alternative. "Besser, als einen anderen Raum in der Kita Lummerland dafür zu benutzen." In dem Gebäude Am Sonnengarten sei gestrichen und gereinigt worden. "Wir haben den Raum für die Lummerland-Kinder ausgesucht, der uns geeignet erschien", so Maatz. Aber: "Wir wissen, dass es eine Kita mit Sanierungsbedarf ist", so der Dezernent. Diese Lösung sei ja auch zeitlich befristet, weil die Kita vermutlich irgendwann abgerissen und das Gelände städtebaulich überplant werde.

Heute um 15 Uhr findet ein Treffen von Eltern und dem Fachbereichsleiter Peter Annacker statt, in dem sich alle die Kita von innen noch einmal genau angucken.

Quelle: RP
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