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Meerbusch
Osterather erhält Preis für Garten-Küche

Meerbusch: Osterather erhält Preis für Garten-Küche
Neben dem konsequenten Design überzeugte die Jury insbesondere die hohe Nutzungsqualität der Außenküche: Für diesen Entwurf gab es die Auszeichnung "Garten des Jahres 2016". FOTO: Callwey Verlag
Meerbusch. Die "Moderne Wohnküche im Freien", die Sebastian Spittka mit seinen Architektur-Kollegen angelegt hat, wurde jetzt als einer von 50 schönsten Privatgärten ausgezeichnet. Zu besichtigen ist sie auf dem Gelände von Schloss Dyck. Von Anke Kronemeyer

Ein fast normaler Küchenblock, drei mal 1,20 Meter groß. Eine Kochfläche ist eingelassen, das Waschbecken aus Edelstahl ist sichtbar, vorne ist eine Holzverkleidung zu sehen. Das zweite Element dieser Küche steht etwas versetzt hinter dem ersten und fällt durch seine knallige Magentafarbe an der Front auf, drumherum relativ schlichte Steine aus Grauwacke, einem typischen Stein aus dem Bergischen. Das ist aber noch lange nicht das einzig Besondere an dieser Küche: Denn sie steht draußen, im Freien, ist eine Show-Außenküche. Und das wiederum in einem besonderen Garten: in einem Mustergarten auf dem Gelände von Schloss Dyck in Jüchen. Für diese Küche und diesen Garten heimsten der Osterather Sebastian Spittka und seine Büro-Partner Simon Leuffen und Bernd Franzen jetzt einen Preis ein: Ihr Garten ist einer von 50 schönsten Privatgärten in ganz Deutschland. Der Callwey Verlag hatte diesen Preis ausgelobt, 150 Architekturteams bewarben sich. Die 50 Sieger werden allesamt in einem Buch vorgestellt.

Das Trio, das sich seit Studientagen aus dem Ruhrgebiet kennt und seit 2006 die Büro-Gemeinschaft "Gartenplus" betreibt, ist stolz auf diese Auszeichnung. Obwohl: In ihrem Büro hängen noch mehr schicke Gärten, in ihrem eigenen Buch sind ebenfalls viele abgebildet.

Teppan-Yaki-Kochfeld und Edelstahlspüle: Das sind nur zwei Details aus der Freiluftküche, die Sebastian Spittka mit entworfen hat. FOTO: Lothar Berns

Wer lässt sich einen Privatgarten von Profis gestalten? Erst einmal jemand, dem genau das etwas wert ist. Was ein Profi-Garten kostet? Spittka muss nicht lange überlegen. Natürlich kann man sich für sein Reihenhaus in Meerbusch für einen niedrigen fünfstelligen Betrag Rasen, Pflanzen oder Blumen anlegen lassen. Mit dem Blick auf den Prospekt und die Präsentation zum Beispiel eines Villengartens in Köln aber rechnet er ganz andere Summen. Denn diesen Garten hat sich eine vermögende Kölner Familie von den Gartenplus-Architekten gestalten lassen und zuckte nicht, als die Rechnung in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrags ins Haus kam.

Wenn sich Spittka und Kollegen austoben können, ist das natürlich ein Tribut an ihre Kreativität. Dann suchen sie Mobiliar wie Sonnenliegen und -Schirme aus, empfehlen Gräser und Blumen, suchen den passenden Künstler aus, der sogar Auftragsarbeiten für genau diesen Garten anfertigen kann und bieten direkt im Rechnungspaket ein kleines Goodie an: einen Rasenroboter. Mit seinen knapp 2000 Euro schlägt der nur noch marginal zu Buche - wenn es um Rechnungen in sechsstelliger Höhe geht.

Spittka, heute 41 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Sohnes, ist in Bottrop-Kirchhellen geboren, hat sich nach der Schule zum Gärtner ausbilden lassen, studierte später Landschaftsarchitektur, machte 2002 seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur. Im Büro eines Mailänder Architekten fand er im Duisburger Innenhafen eine Anstellung, arbeitete mit beim Stadtpark Krefeld-Fischeln oder Außenanlagen wie der für die Messe Essen. Bei einem Landschaftsgärtner in Wuppertal war er ausschließlich für Privatgärten zuständig. 2006 tat er sich mit seinen früheren Studienkollegen Bernd Franzen und Simon Leuffen zusammen. Das Trio hatte erst ein Büro in Grevenbroich-Gustorf, zog vor sechs Jahren ins Schloss Dyck. Die Stiftung Schloss Dyck hatte ihnen Büroräume inmitten der Natur angeboten. Die drei haben sich auf hochwertige Privatgärten, aber auch gewerbliche Anlagen oder hochwertige Wohnanlagen spezialisiert.

Ihr Markenzeichen: klare Linien, kombiniert mit zum Teil üppigen Pflanzen. Das kann bedeuten, dass sich das Reitgras vor dem kühlen Stein im Wind bewegt oder die Astilbe vor der akkurat geschnittenen Hecke ein bisschen wild blüht. Damit liegen die drei im Trend. Denn ihre Kundschaft, will es auch puristisch, will Rückzugsräume, will den Garten in unterschiedliche Bereiche aufteilen. Hier eine Ruhezone, dort eine Lese-Muschel inklusive Kühlschrank und Musikanlage, die auf einem Teich installiert ist, hier eine Grillfläche, dort die Kräuterecke. Blickachsen prägen diese Gärten, die nicht mehr nur einfach im schlicht-praktischen Quadrat angelegt werden. "Wichtig ist auch, dass die Pflege und der Unterhalt nicht so aufwendig sind", so Spittka. Dass man nicht ständig die Büsche und Sträucher nachschneiden muss, dass man Stauden einfach mal vor sich hin wachsen lassen kann. Die Gartenarchitekten sind auf jeden Fall im Dialog mit den angestellten Gärtnern ihrer Privatkunden, damit die auch den Sträucherschnitt richtig machen und das perfekte Düngemittel verwenden.

Die Showküche im Mustergarten auf Schloss Dyck ist zu den normalen Öffnungszeiten zu besichtigen. Gekocht wurde dort auch schon - zur Einweihung im vergangenen Jahr. Und bestellt wurde sie auch bereits. Die Architekten arbeiten mit einem Küchenhersteller in Köln zusammen, der genau dieses Format bereits dreimal ausgeliefert hatte.

Wie sieht nun der ganz private Garten von Familie Spittka in Osterath nahe des Ostara-Geländes aus? "Noch gar nicht", grinst der junge Familienvater. Schließlich seien sie erst vor kurzem in das Häuschen gezogen. Die 150 Quadratmeter große Fläche will er aber in diesem Jahr in Angriff nehmen, eine Grillfläche anlegen, den Rasen schön gestalten und für eine "schlichte Bepflanzung" sorgen. So, dass Hund und Sohn genug Platz zum Spielen haben.

Quelle: RP
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