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Meerbusch
Pflegedienst der Diakonie prämiert

Meerbusch. Zudem gibt es künftig drei Betreuerinnen für Flüchtlinge im Wartestand - aber keine Förderung mehr für die Arbeit des Ehrenamt-Forums. Von Regina Goldlücke

Gleich zwei erfreuliche Nachrichten hatte Pfarrer Wilfried Pahlke gestern zu verkünden. Die erste ist die Auszeichnung der Pflegestation der Diakonie Meerbusch mit einer glatten Eins. Nach früheren schon sehr ordentlichen Wertungen im Zweier-Bereich vergab der medizinische Dienst der Krankenkassen nach seiner aktuellen Begutachtung diesmal die Höchstnote. Pflegedienstleiterin Paula Antunes sagt: "Dazu gehörten Fleiß, Einsatz und Controlling. Wir konnten die verpflichtenden Auflagen des Maßnahmenkatalogs bis ins letzte Detail umsetzen."

Pfarrer Wilfried Pahlke, Vorsitzender der Diakonie Meerbusch, betonte die schwarzen Zahlen, die stabile finanzielle Basis und die erlangte Wirtschaftlichkeit der Einrichtung, die bei ihrer Gründung 1979 das erste Diakoniewerk im Rheinland war. Unter dem Slogan "Profis für Nächstenhilfe" ist das Team von Paula Antunes in allen Stadtteilen unterwegs. "Wir brauchen dringend Verstärkung", sagt sie. "Es gibt so viele Anfragen, aber unsere Kapazität ist mit 20 Mitarbeitern erschöpft. Wir würden sie gern ausweiten und mehr als die momentan 155 Kunden unterstützen."

Gefragt sind ausgebildete dreijährig examinierte Altenpfleger, Krankenschwestern und Hilfskräfte mit dreimonatigem Praktikum in der Behandlungspflege. "Aber es muss auch die Menschlichkeit stimmen", fügt Paul Antunes hinzu. Die frühere Krankenschwester studierte Qualitätsmanagement und Gesundheitsökonomie, bevor sie 2010 die Leitung des Pflegedienstes übernahm.

Die zweite gute Nachricht betrifft die sozialpädagogische Betreuung von Flüchtlingen. Ab 1. Januar sind dafür drei Halbtagsstellen vorhanden, jeweils teilfinanziert von Stadt und Diakonie. Eine ortsgebundene in Lank, besetzt mit Ute Bishop, zwei in der fast fertigen Unterkunft am Eisenbrand. Dort werden Brigitte Erwig und Monika Metzner-Pietrzyk arbeiten. Es gibt dafür auch einen eigenen Raum. Allerdings weiß zur Stunde noch niemand, wann das Heim bezogen wird, "auch nicht die Stadt", erklärt Pahlke. "Momentan werden hier in Meerbusch wohl keine neuen Flüchtlinge ankommen. Nächste Woche erfahren wir hoffentlich mehr über den Zeitpunkt und unsere künftigen Aufgabenbereiche."

Unerquicklich verzahnt mit der Flüchtlingsproblematik ist die einzige Hiobsbotschaft, die der Diakonie-Vorsitzende zu vermelden hatte: "Es stimmt uns traurig, dass unser Ehrenamt-Forum von der Stadt nicht mehr gefördert wird", so Pahlke. Sachkosten von 5000 Euro würden zwar weiterhin übernommen, nicht aber wie bisher die Bezahlung von 19,5 Stunden für Forumsleiterin Brigitte Erwig. "Der damalige Bürgermeister Spindler und ich hatten 2007 die Segel gesetzt", sagt der Pfarrer. "Alle waren stolz auf dieses Projekt. Jetzt ist die Euphorie verflogen. Man brauche das Geld für die Flüchtlingshilfe, heißt es."

Die Diakonie finanziert nun aus eigenen Mitteln zehn Stunden, damit Brigitte Erwig ihre Arbeit fortsetzen kann. Bei ihren 200 bis 250 aktiven Ehrenamtlern spiele sich viel in der Stille ab, sagt die Diplom-Sozialpädagogin. Ob bei Hausaufgabenbetreuung, Schulpatenschaften, Hospizgesellschaft oder Krankenhaus-Besuchsdienst: "Der Bedarf ist groß, die Anfragen kommen aus allen sozialen Bereichen."

Quelle: RP
 
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