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Meerbusch
Pilotprojekt Uerdinger Straße

Düsseldorf. Die Strecke durch Lank-Latum soll in diesem und dem nächsten Sommer auf gut zwei Kilometern saniert werden. Die Stadt setzt auf einen neuen, frostresistenten Flüsterasphalt. Das Modellprojekt dürfte Aufsehen erregen. Von Jan Popp-Sewing

Meerbusch bekommt ab dem Sommer nach der L137 in Büderich eine zweite Großbaustelle. Wenn die Stadt mit der Sanierung der Uerdinger Straße beginnt, müssen sich Autofahrer auch in Lank-Latum auf abschnittsweise Sperrungen und Umleitungen einstellen.

Für die Verwaltung ist es ein Pilotprojekt, denn erstmals soll als Belag der neue PMA ("Porous Mastix Asphalt"), ein so genannter Flüsterasphalt, zum Einsatz kommen. Dieser ist nach Ansicht von Experten haltbarer und leichter aufzubringen als herkömmlicher Straßenbelag – und er soll das Rollgeräusch der Autos mindern. Das erklärte jetzt Meerbuschs Straßenbauer Ekkehard Deussen im Bauausschuss. 200 000 Euro sind für die Arbeiten in diesem Jahr bereit gestellt, die gleiche Summe wird für das kommende Jahr erwartet. Die Anwohner sollen wohl nicht an den Kosten beteiligt werden.

Zehn Prozent Lkw-Verkehr

Heute sei die Lage so, dass die Fahrbahn der Uerdinger Straße trotz des weitgehenden Tempo-30-Gebots besonders vor den Kreisverkehren stark ramponiert sei, meint Deussen. "Mehr als zehn Prozent der Fahrzeuge sind Lkw, das macht sich schon bemerkbar", erläutert der städtische Abteilungsleiter. Die Uerdinger Straße sei die am stärksten belastete Straße im Besitz der Stadt (andere stark befahrene Strecken wie die L137 und die Meerbuscher/Kaarster Straße sind Landes- oder Kreisstraßen).

Flüsterasphalt entfaltet am ehesten auf Autobahnen seine Lärmschutzwirkung. Ein vor wenigen Monaten im Autobahnkreuz Neersen (A44/A52) aufgebrachter PMA-Belag führte laut Umweltbundesamt auf einer Rampe zu einer Lärmminderung um vier bis fünf Dezibel bei Tempo 80 bis 100.

Bis etwa Tempo 35 übertönt allerdings in der Regel der Motor das Rollgeräusch, so dass der Effekt in der Lanker 30er-Zone kaum zum Tragen kommen würde. Die Straßenbauer hoffen jedoch, dass die neue, glattere Straßenoberfläche ohne Hubbel und Löcher bereits für eine hörbare Entlastung der Anwohner sorgen wird.

Ein weiterer entscheidender Vorteil des PMA-Belags sei seine Wasser-Undurchlässigkeit. Das macht ihn resistenter gegen Frost (und die Straße somit haltbarer) als die häufig verwendeten durchlässigen Beläge.

Arbeiten gehen schneller

Auch das Aufbringen des Asphalts geht schneller: Der PMA wird von einem Straßenfertiger-Fahrzeug ausgegossen und im gleichen Arbeitszug verdichtet. Der bei normalem Asphalt anschließend notwendige Einsatz schwerer Walzen (unter Zeitdruck, da die Masse schnell abkühlt) entfällt. Die alten Deckschichten müssen auch nicht komplett entfernt werden, wie in Büderich. Es reichen wohl schon einige Zentimeter, um anschließend das neue, dreilagige Asphalt-Gemisch aufzubringen.

Die Verwaltung betritt mit den Arbeiten Neuland: Es gibt zurzeit noch keine Daten vergleichbarer Projekte. Das Vorhaben in Meerbusch hat daher Modellcharakter und dürfte Straßenbauer in ganz Deutschland neugierig machen.

Quelle: RP
 
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