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Meerbusch
Plätzchenbacken wie vor 150 Jahren

Meerbusch: Plätzchenbacken wie vor 150 Jahren
Sogar ein Ofenrohr hat der Backofen, den der Meerbuscher Architekt Rudolf Dahm in den Räumen der Heilig Geist-Kirche für diese Ausstellung angefertigt hat. Inge Sternemann freut sich, derart anschaulich den Brauch des Backens darstellen zu können. FOTO: Dackweil
Meerbusch. Im Alten Küsterhausist ab Samstag eine Ausstellung zu Advents- und Weihnachtsbräuchen zu sehen. Man kann dort unter anderem lernen, wie Hausfrauen um das Jahr 1850 das Weihnachtsfest vorbereitet haben. Von Monika Götz

Das Alte Küsterhaus wird zur Weihnachtswelt. Ein Nikolaus im prächtigen Bischofsgewand, ein Gabentisch mit Puppenhaus und Teddybär, eine adventlich gedeckte Kaffeetafel, kreativ gebastelte Adventskränze, Krippen in unterschiedlichsten Erscheinungsformen sowie Engel in allerlei schlichten und glänzenden Varianten - alle diese Gegenstände erzählen im Rahmen einer Ausstellung von Bräuchen, die teils über Jahrhunderte zur Advents- und Weihnachtszeit gepflegt werden.

Ina Helffenstein hat als Hintergrund für die Loammandlkrippe den Mönchengladbacher Abteiberg mit der Stadtmauer gewählt FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Da darf natürlich das Plätzchenbacken nicht fehlen. Um 1850 wurde dieser Brauch, der seinen Ursprung viel früher hat, aktenkundig. Und auch die vielseitigen Back-Models für Spekulatius oder Springerle, die Küsterhaus-Programm-Leiterin Inge Sternemann zusammentragen konnte, erzählen von dieser alten Tradition. Der Ofen, in den im wahren Leben die Rohlinge oder auch Brote geschoben werden, ist auch zu sehen. Er wurde speziell von Rudolf Dahm und seinen Mitstreitern für diese Ausstellung aus Pappmaché gebaut und die Brotschieber wurden gleich mitgeliefert.

"Die beleuchtete Glut sorgt für eine besonders gemütliche Atmosphäre", findet Inge Sternemann. Ein seltenes Ausstellungsstück ist auch die Loammandlkrippe. Sie wurde von Monika Lennartz angefertigt: "Diese Figuren aus geformten, gebrannten Lehm wurden früher in den Nagelschmieden hergestellt und auf Weihnachtsmärkten verkauft. Sie gehören in Österreich noch heute zum Brauchtum." Aber die Krippenbauer in Oberammergau schauen auch auf eine lange Tradition zurück.

In dem von Monika Lennartz nachgebautem Krippendorf herrscht buntes Treiben. Die Kleidung orientiert sich am Oberammergauer Brauchtum. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Im Stil der 1755er Jahre hat Ina Helffenstein rund um die eigentliche Krippe ein Dorf nachgebaut. Mehrere Gebäude bilden das Umfeld für die vielen, ihren Aufgaben nachgehenden Figuren. Ihre Stellung innerhalb der Gemeinschaft ist an Kleidung und Kopfbedeckung zu erkennen. Bis ins kleinste Detail mit Spitzen, Hauben in Original-Formen, einer Kräuterhexe und zwei Adeligen sowie einem Hutgeschäft plus Hutschachtel für einen Dreispitz ist diese historische Krippe bestückt.

Hier gibt es ebenso viel zu sehen, wie bei dem prächtigen Engel-Chor. Die Köpfe und Füße der 20 Figuren sind aus Porzellan und wie die Kleider auch selbst angefertigt. Eine in Terrassen angelegte Baumschwammkrippe rundet die Brauchtums-Geschichte ab.

Quelle: RP
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