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Meerbusch
Politik verteidigt Flüchtlingskonzept

Meerbusch: Politik verteidigt Flüchtlingskonzept
180 Bürger besuchten gestern die Sitzung des Planungsausschusses und stellten kritische Fragen zum städtischen Konzept der Flüchtlingsbeherbergung.
Meerbusch. Entscheidende Sitzung für den Bau von Flüchtlingsheimen: Die Planungspolitiker empfehlen Neubauten. Von Sebastian Peters

Vehement und mit großer Einigkeit hat gestern die Meerbuscher Politik im Planungsausschuss das von der Stadtverwaltung erstellte Konzept der Flüchtlingsbeherbergung in Reihenhäusern in Meerbusch verteidigt. Im Ergebnis sollen neue Flüchtlingsheime in Osterath, Lank und Strümp gebaut werden - mit nur marginalen Veränderungen gegenüber der bisherigen städtischen Planung. Die gestrige Sitzung vor rund 180 Besuchern in der Realschule Osterath gilt als die entscheidende auf dem Weg zur Detailplanung - formal muss noch der Rat über die einzelnen Standorte abstimmen. Die Bürger würden im Rahmen des normalen Planungsprozesses noch beteiligt, betonte der Planungsaussschussvorsitzende Werner Damblon (CDU).

Die UWG, die erneut forderte, die Flüchtlinge anders zu verteilen, wurde von den anderen Fraktionen scharf kritisiert. "Populismus" warf Joachim Quaß (Grüne) dem UWG-Ratsherrn Heinrich P. Weyen vor, nannte ihn einen "Bauernfänger". Hans Werner Schoenauer bezeichnete die UWG als eine "Verweigerungspartei" - "sie wollen nur verhindern, nur auf die lange Bank schieben", kritisierte Schoenauer. Die UWG wirft der Verwaltung weiter vor, nicht ausreichend geprüft zu haben. Heinrich P. Weyen schlug vor, etwa in Büderich am Schwimmbad Flüchtlingsheime zu bauen. Die Besucher applaudierten ihm kräftig, teilweise mit laut jubelnd.

In der Einwohnerfragestunde zuvor meldeten sich zahlreiche Besucher zu Wort, äußerten stellenweise scharfe Kritik an der Verwaltung. Eigentlich soll ein Einwohnerfragestunde nur 15 Minuten dauern. Planungsausschussvorsitzender Damblon verlängerte die Fragestunde auf eine Länge von 75 Minuten. Insbesondere Anlieger der neu geplanten Flüchtlingsheime im Bereich Strümper Busch äußerten sich. Die Anwohner der geplanten Reihenhäuser an der Kierster Straße meldeten sich mit teils detaillierten Fragen. So wies die Lankerin Verena Hirner, die einen sieben Punkte umfassenden Katalog mit Nachfragen formuliert hatte, darauf hin, dass die Bodenqualität im Bereich Kierster Straße Risiken berge.

Planungsdezernent Michael Assenmacher erläuterte, dass ein neues Bodengutachten seit wenigen Tagen vorliege und zum Ergebnis habe, dass Bebauung möglich ist. Das Konzept der Stadt, 30 cm unter der Erde eine Schutzfolie anzubringen, wurde von den Anwohnern kritisiert. "Die Hausbewohner werden dort niemals eine Hecke pflanzen können", kritisierte Bürgerin Verena Hirner.

Ein Ergebnis der parteinternen Beratungen: Die Lanker Mitglieder der CDU-Ratsfraktion haben die Bedenken aus der Anwohnerschaft der Kierster Straße aufgenommen - als Resultat schlug Hans Werner Schoenauer (CDU) vor, statt der 14 Reihenhäuser dort nur zwölf Reihenhäuser zu bauen. Zur Begründung führte er an, dass die Häuser sich in die Umgebung einpassen sollen. Die Grünen schlossen sich dem Vorschlag an und sicherten die Mehrheit. SPD und FDP kritisierten den Vorstoß von CDU und Grünen - Klaus Rettig (FDP) fragte, wo die 24 Flüchtlinge, die wegen der Baukörperreduzierung nicht an der Kierster Straße untergebracht werden können, künftig untergebracht werden.

Quelle: RP
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