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Meerbusch
Protest in Nierst wegen Lkw-Verkehr durchs Dorf hält an

Meerbusch. Der Bürgerverein pocht auf eine südliche Anbindung des Rheinhafens Krefeld an die Autobahn. Dann würden keine Lastwagen mehr durchs Dorf fahren Von Sabine Meuter

In Nierst ist der Verdruss groß. Der Grund: Tag für Tag donnern Lastwagen vom Rheinhafen Krefeld kommend über die schmale Dorfstraße in Richtung Autobahn und verursachen so nicht zuletzt einen immensen Lärm. "Dabei gibt es unübersehbar Lkw-Verbotsschilder am Straßenrand", empört sich Hans Wilhelm Webers. Er ist der Vorsitzende des Nierster Bürgervereins, der gegen die Durchfahrt von Lkw durch den Ort Sturm läuft.

Das Problem ließe sich lösen. Nämlich durch eine Südanbindung des Krefelder Hafens an die Autobahn. Dann müssten die Lastwagen nicht mehr durch Nierst durch. Doch die Südanbindung des Hafens an die Autobahn fehlt seit Jahren. Und das Problem für die Nierster wächst. Denn der Rheinhafen Krefeld boomt. Krefelds Planungsdezernent Martin Linne hatte unlängst davon gesprochen, dass sich der Güterverkehr bis zum Jahr 2030 verdoppeln wird. Das löst in Nierst Sorgen aus. Deutlich wurde dies unlängst bei der Versammlung des Bürgervereins. Alarmiert zeigen sich viele Nierster auch angesichts der Pläne des Schweizer Logistikunternehmens VGG Handels AG, das im Krefelder Hafen ab Juli eine 70 000 Quadratmeter große Lagerhalle und ein Verwaltungsgebäude bauen will. In einem zweiten Schritt plant die Firma mit Deutschlandsitz in Kaarst, ihre sechs Außenlager und weitere Außenstandorte in Kaarst, Haiger und Rietberg in Krefeld zu konzentrieren. "Das wird höchstwahrscheinlich zur Folge haben, dass noch mehr Lkw als bisher durch Nierst fahren", glaubt Webers. Zumal zurzeit die Lkw-Fahrer via Meerbusch schneller zur Autobahn gelangen als auf Krefelder Stadtgebiet. Der Bürgerverein Nierst vertritt in der Sache einen klaren Standpunkt. "Wir appellieren sowohl an die Stadt Meerbusch als auch an den Rhein-Kreis Neuss sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass so schnell wie möglich eine südliche Anbindung des Rheinhafen Krefelds an die Autobahn erfolgt", sagt neben Webers auch Ulrich Fink vom Bürgerverein Nierst. So bliebe der Lkw-Verkehr durch Nierst außen vor. Mit einer kurzfristigen Lösung rechnen Webers und Fink indes nicht. Für eine regelmäßige Präsenz der Polizei vor Ort, die die Einhaltung des Lkw-Verbot kontrolliert, fehlt Personal. "Wir lassen es uns aber langfristig nicht bieten, dass das Lkw-Verbot missachtet wird und Lastwagen durch das Dorf rattern", betont Webers. Nach seinen Angaben gibt es Überlegungen, mit einer Demonstration auf das Problem aufmerksam zu machen.

Quelle: RP
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