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Meerbusch
Regen entscheidet über Spielbeginn

Meerbusch: Regen entscheidet über Spielbeginn
Hat immer alles im Blick: ATP-Supervisor Hans-Jürgen Ochs achtet darauf, dass die ATP-Regeln eingehalten werden. FOTO: Andreas Endermann
Meerbusch. Die Favoriten Andreas Haider-Maurer, Nicola Kuhn und Steve Darcis gewannen beim ATP-Turnier in Büderich - wenn auch mit einiger Mühe - gestern ihre Spiele. Dustin Brown verlor. Der Regen am Vormittag verzögerte die Begegnungen. Von Tino Hermanns

Tennisspieler hassen Regen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass beispielsweise ein Sandplatz rutschig wird und wenn sich Pfützen bilden unbespielbar ist. Die Bälle saugen sich voll Wasser, werden immer schwerer und dadurch langsamer, verändern ihr Sprungverhalten. Und zum Zuschauen kommt bei Regen sowieso kaum jemand. Da ist es ebenfalls verständlich, dass beim Bucher Reisen Tennis Grand Prix, dem Challenger-Turnier auf der Anlage von Grün-Weiß-Rot Büderich gestern Vormittag die Rackets ruhten. Es goss wie aus Kübeln. Dem ATP Supervisor, also dem obersten Turnieraufseher der Association of Tennis Professionals, Hans-Jürgen Ochs, blieb gar nichts anderes übrig, als den Spielbeginn zeitlich um gut zwei Stunden nach hinten zu verschieben.

Also entspannten sich die professionellen Racketschwinger in der Players-Lounge oder im Clubhaus, spielten Karten, skypten mit Freunden oder Verwandten oder surften im Internet. Ochs hingegen erhöhte seinen Bewegungsumfang dramatisch und marschierte regelmäßig über die gesamte GWR-Anlage, checkte immer wieder den Zustand der Courts. "An Regentagen ist der Schrittzähler ganz schnell auf 16.000", sagt er Ochs.

Doch das ist gewohnte Praxis für den Mann aus Gemmingen. Er durchlief die klassische Schiedsrichterausbildung, fing als Linienrichter an, wurde später international tätiger Referee und arbeitet seit elf Jahren als Supervisor für den global tätigen Verbund der Tennis-Turnierausrichter. Er weiß alles über die Tennis-Regeln und die Regularien der ATP. "Meine Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass die ATP-Vorschriften eingehalten werden und, das sich die Spieler wohl fühlen", so Ochs. Das macht er bei mehr als 20 Turnieren im Jahr. Auch bei seinen Lieblingsturnieren in Heidelberg und Stuttgart. "Dann kann ich zu Hause schlafen und morgens mit meiner Familie frühstücken", meint Ochs. "Aber mein Leben ist nicht komplett verschieden von dem eines Tennisprofis. Vor Meerbusch war ich in Montreal und Washington. Ich sehe auch nur Flughafen, Hotel und die Tennis-Anlage. Ich habe aber den Vorteil, dass ich bei jedem Endspiel noch dabei bin."

Chancen dazu, im Finale noch dabei zu sein, erarbeiteten sich, nachdem der Regen gegen Mittag verschwunden war, unter anderem Andreas Haider Maurer, Nikola Kuhn und Steve Darcis. Der Österreicher Haider-Maurer (Weltrangliste 842), Meerbusch-Sieger 2015, hatte bei seiner Comeback-Tour nach Verletzung aber alle Hände voll zu tun, um die Nummer 303 der Welt, Matthias Bachinger (TK Kurhaus Aachen), in drei Sätzen zu besiegen. Beim 3:6, 6:4 und 6:2 für den ehemaligen Weltranglisten-47. aus Österreich musste Haider-Maurer sich ordentlich strecken.

Ähnlich erging es Steve Darcis (WR 60). Der an Nummer zwei gesetzte Belgier war überrascht, als ihm der Franzose Constant Lestienne (WR 318) mal eben im Schnelldurchgang den ersten Satz abgenommen hatte. Doch der belgische Davis Cup-Spieler schüttelte sich kurz, schaltete zwei Gänge hoch, drehte das Match und gewann 1:6, 6:3, 6:1.

Das Match des Tages, jedenfalls was die Spannung anging, lieferten sich Nicola Kuhn (WR 246) und Sadio Doumbia (WR 247) aus Frankreich. In einem komplett ausgeglichenen Match setzte sich Kuhn mit viel Glück 4:6, 6:4, 7:6 durch.

Quelle: RP
 
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