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Meerbusch
Regionalplan: IHK hegt Bedenken

Meerbusch. Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Krefelder FDP halten an der Forderung fest, den Krefelder Hafen über eine Südanbindung durch Meerbusch zu erschließen. Damit werden Befürchtungen aus Meerbusch bestätigt, dass die Straße nicht auf ewig vom Tisch ist, obwohl sie im Entwurf des Regionalplans zeichnerisch nicht dokumentiert ist.

Nach dem Beschluss zur Offenlage des erneuerten Entwurfs des Regionalplans hat sich IHK-Chef Jürgen Steinmetz jetzt kritisch geäußert. Das Planwerk erfülle zwar an vielen schon die Bedürfnisse der Unternehmen. Bei der Anbindung und den Entwicklungsmöglichkeiten des Krefelder Hafens sieht der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein aber Handlungsbedarf. "Die erforderlichen Flächen werden nicht im Regionalplan dargestellt", sagt Steinmetz. "Wir sollten uns mögliche Optionen für die Zukunft aber nicht verbauen und die infrage kommenden Bereiche zumindest vor Nutzungen schützen, durch die Gewerbeansiedlungen blockiert werden könnten."

Die Krefelder FDP hat unterdessen eine gemeinsame Erklärung der Krefelder Regionalratsmitglieder Jürgen Hengst (SPD) und Manfred Läckes (CDU) zur Südanbindung des Hafens kritisiert. Die beiden Ratspolitiker hätten "dem Hafen einen Bärendienst erwiesen", sagt der Krefelder FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann. "Die Erklärung, dass die Erschließung des Hafens nur eine nachgeordnete Rolle einnimmt, ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die seit Jahren nach Lösungen für den zunehmenden Verkehr zum und aus dem Hafen suchen", sagt Heitmann. "Nicht ohne Grund wurde im Entwurf des Regionalplans textlich weiter eine Südanbindung des Hafens erwähnt. Nicht ohne Grund sollen nach dem Entwurf Flächen für eine zusätzliche Verkehrserschließung freigehalten werden: Die Bezirksregierung erwartet, dass Krefeld und Meerbusch die zusätzliche Verkehrserschließung des Hafens als gemeinsame Aufgabenstellung verstehen. Wenn jetzt von den Vertretern von SPD und CDU erklärt wird, dass dies kein aktuelles Thema mehr ist, kann man nur sagen: Wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Die Krefelder FDP kritisiert, dass Hengst und Läckes "sich nicht klar dazu äußern, welche Konsequenzen der endgültige Verzicht auf die Südanbindung für die verbleibende Nordanbindung hätte". Heitmann weiter: "Jedem muss klar sein, dass dann die Nordanbindung einen autobahnähnlichen Ausbau der B 288 und eine neue Rheinquerung bräuchte, um die Verkehre aufzunehmen. Es ist bereits heute absehbar, dass in Kürze die B 288 zulaufen und die alte Rheinbrücke zu einem Nadelöhr wird. Jedem muss klar sein, dass hier erheblicher Handlungsbedarf besteht.

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