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Meerbusch
Rekordzahl: 103 Navi-Geräte gestohlen

Meerbusch: Rekordzahl: 103 Navi-Geräte gestohlen
Die Navigationsgeräte werden oft fachgerecht ausgebaut. Die Polizei macht Banden aus Osteuropa für die Einbruchsserien verantwortlich. FOTO: Polizei
Meerbusch. Allein der September schlägt mit 35 Fällen negativ zu Buche: In fast jeder Nacht wird in Meerbusch in Autos eingebrochen. Die Kriminellen bevorzugen vor allem BMW. Büderich liegt in dieser Statistik mit 53 Taten auf Platz eins. Von Jan Dobrick und Tim Harpers

Das Seitenfenster der BMW-Limousine ist eingeschlagen, die Glassplitter im Innenraum verteilt. In der Mittelkonsole klafft ein Loch. Kabel kommen zum Vorschein, wo sie eigentlich nicht zu sehen sind. Da, wo sich vor kurzem noch das integrierte Navigationsgerät befand. Von professionellen Kriminellen fachgerecht ausgebaut, nicht rabiat herausgerissen. Diese Entdeckung machten Autobesitzer am Donnerstagmorgen auf dem Mönkesweg in Strümp. Auch in Limousinen, die auf dem Erikaweg und Am Heidbergdamm in Lank-Latum abgestellt waren, wurde eingebrochen. Fast jeden Tag meldet die Polizei solche Taten.

"Vor allem der September fällt jetzt negativ auf", so Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Bis Ende August waren rund 70 Auto-Aufbrüche aus Meerbusch gemeldet, der September kommt mit weiteren 35 Aufbrüchen dazu. Damit sind von Januar bis jetzt schon 103 Navigations-Geräte aus Meerbuscher Autos gestohlen worden.

"BMW liegt bei den Kriminellen hoch im Kurs, aber auch Mercedes, Audi und VW werden häufig geknackt", so Arnold. Er vermutet: "Bei Marken wie BMW sehen die sachkundigen Täter offenbar den geringsten Schwierigkeitsgrad." Woher die Täter stammen, kann die Polizei nur vermuten. "Wenn wir mal Täter festnehmen, kommen sie meistens aus dem Baltikum."

Zwischen 2012 und 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen mehr als 22.000 Navigationsgeräte gestohlen, es entstand ein Schaden von mehr als 75 Millionen Euro. 7188 Diebstähle und eine Schadenssumme von 23.564.889 Euro zählte die Polizei 2014 landesweit. Die Schadenshöhe liegt Angaben des Landeskriminalamts zufolge in der Regel zwischen 6000 und 8000 Euro, je nachdem wie brachial die Täter vorgegangen sind. In NRW wird gerade einmal jeder zehnte Autoaufbruch aufgeklärt. Die Tat ist also nahezu risikolos. Und das, obwohl auch im Rhein-Kreis immer mehr Polizeikräfte an Brennpunkten eingesetzt würden, um die dreisten Autoknacker durch mehr Präsenz zu stoppen, sagt Polizeisprecher Arnold.

Manfred Lorenz, Filialleiter bei Kohl Automobile in Grevenbroich, betont: "Wo die Täter unbedingt reinwollen, da schaffen sie das auch." Als Diebstahlschutz sei in den BMW-Modellen etwa nur eine Wegfahrsperre verbaut. "Kunden, die ein festinstalliertes Navi bestellen, sollten auch eine Alarmanlage ordern", rät Lorenz: "Es wird deutlich teurer, wenn sie erst nachgerüstet werden muss." Häufig schlagen die Täter die kleinen Dreiecksscheiben ein, um die hinteren Türen zu öffnen. "Es hilft, die Kindersicherung einzuschalten. Das macht es den Dieben deutlich schwerer."

Polizeisprecher Arnold verdeutlicht: "Der beste Schutz ist ein guter Stellplatz, etwa die Garage. Außerdem sollten sich Bürger bei verdächtigen Geräuschen in der Nachbarschaft unbedingt bei der Polizei melden und einfach den Notruf 110 wählen." Dann bestehe Chance, die Täter zu erwischen.

Quelle: RP
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