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Meerbusch
Ritter-Rost-Premiere begeistert

Meerbusch: Ritter-Rost-Premiere begeistert
Ritter Rost (Hannah Homberger) gefällt die Spieluhr, die ihm die Hexe Verstexe anbietet: Theresa Thunnissen (rechts) singt als Spieluhr zur Live-Musik aus dem Orchestergraben. FOTO: U.D.
Meerbusch. Das neue Ritter-Rost-Musical ist lustig und spannend: Der rostige Antiheld wird in einen Blechfrosch verzaubert — und der Feuer spuckende Drache Koks zu einem Tauschmittel. Die Zuschauer waren vom Abenteuer begeistert Von Maike Billen

Ritter Rost ordert bei Burgfräulein Bö kandierte Büroklammern, lehnt sich in den Sessel und parkt die blechernen Beine auf den Hocker. Das Wort "Bitte" kenne er nicht. Das neue Kinder-Musical "Ritter Rost" feierte am Wochenende Premiere im Lanker Forum Wasserturm. Das Publikum erlebt den Alltagstrott auf der Eisernen Burg aber nur für kurze Zeit. Denn Rost ist der Ritter mit dem Talent für Schlamassel: Die Hexe Verstexe bietet ihm zum Tausch für Hausdrache Koks eine Spieluhr an. Der Ritter zögert, ist aber nicht ganz abgeneigt - derweil haut Koks ab. Auf der Flucht vor Verstexe erlebt der Drache ein gefährliches Abenteuer.

Weil Verstexe nicht das kriegt, was sie will, verzaubert sie Ritter Rost in einen Blechfrosch zum Aufziehen. Paolina Aquilino verkörpert die dominante und verrückte Hexe überzeugend. Hannah Homberger gelingt der Ritter Rost als Antiheld wider Willen. "Quak, quak!", klagt Rost. Die Hexe: "Werd mal nicht unverschämt!" Widerstand? Zwecklos. Und so muss das mutige Burgfräulein Bö (Anne Meike Jansen) erneut aushelfen: "Wir müssen Koks suchen. Und du musst auch mit." Ritter Rost, der Blechfrosch, latscht zwar mit gesenkten Kopf hinterher, besingt aber zugleich sein Selbstmitleid: "Quak, quak. Jetzt bin ich nicht mehr stark."

Koks verirrt sich im Wald. Felix stellt den quirligen und hilfesuchenden Drachen dar. Im Wald knebeln ihn zwielichtige Räuber. Die Ganovenbande rappt "Räuber sein ist herrlich, aber auch gefährlich". Koks, den wollen die drei an Verstexe verhökern. Nur dabei stellen sie sich ziemlich ungeschickt an. Das Knebelseil ist nicht feuerfest, Koks geht stiften. Sein Ziel: Amerika. Dort wohnt ein Onkel.

Koks wird Passagier eines Schiffes, das ein skrupelloser Kapitän leitet. Auch der will aus Koks ein Geschäft machen. Ein Matrose, der sich als Greenpeace-Aktivist enttarnt, verhindert das Schlimmste. Koks steht wohl unter Naturschutz. Viele Lacher im Publikum. Doch die Pechsträhne für den Drachen bricht nicht ab. Es kommt zum spannenden Finale. Das ganze Stück kann nächstes Wochenende noch gesehen werden.

Das Publikum gestern war begeistert und wünschte von dem Orchester und den Schauspielern eine Zugabe. Am Vortag war der Wasserturm nur zur Hälfte besucht. "So einen schlechten Samstag hatten wir lange nicht mehr", sagt der musikalische Leiter Peter Koch. Dafür waren die zwei Aufführungen - 250 Plätze - gestern ausverkauft.

Die Kulisse schafft die passende Atmosphäre. Die Requisiten scheinen den Kinderbüchern von Ritter Rost entnommen zu sein - die Spüle in Bös Küche, der Spiegel der selbstgefälligen Hexe Verstexe oder die Schiffsattrappe. Der Hintergrund wird auf zwei Textilfahnen projiziert. Das kann die Eiserne Burg sein, ein dichter Wald oder das Meer unter klarem Sternenhimmel.

Die vierjährige Zuschauerin Lisa musste kurz innehalten, als Koks von den Räubern gefangen wurde. Spannend und lustig war das Stück. Großmutter Anke Krommen erzählt: "Wir hatten die Karten schon lange vorbestellt."

Quelle: RP
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