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Serie Mein Garten
Rostige Deko im grün-weißen Garten

Serie Mein Garten: Rostige Deko im grün-weißen Garten
Auf der Bank sind eine Grubenlampe aus Gelsenkirchen, eine alte Sonnenuhr und rustikale Gefäße mit Pflanzen zum Stillleben arrangiert. Der Garten von Renate Kränzlin ist ganz in Grün und Weiß gehalten, mit einigen lavendelfarbenen Tupfern. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Wildwuchs ist für Hobby-Gärtnerin Renate Kränzlin ein Graus. In ihrem Büdericher Garten muss alles akkurat und ordentlich sein. Die perfekte Optik wird von ihr mit Hingabe gehegt und gepflegt - bis hin zu den Kräuterbeeten Von Regina Goldlücke

"Wenn ich aus dem Urlaub nach Hause komme und mein Garten stimmt nicht, dann stimme ich auch nicht", sagt Renate Kränzlin. "Er ist mein Sauerstoff, meine Quelle. Das Gepäck bleibt stehen, mein erster Weg führt mich immer nach draußen. Ich muss mich sofort davon überzeugen, dass alles in Ordnung ist."

Seit mehr als 30 Jahren erfreut sie sich an ihrem Garten in Büderich, den sie vom Wohnzimmer aus gut im Blick hat. "Damals sah er noch ganz anders aus", erinnert sich Renate Kränzlin. Hohe Bäume raubten ihm Licht, zum angebauten Nachbarhaus gab es eine strikte Abgrenzung. Als ihre Eltern für eine Weile dort einzogen, öffnete sie den Gartenzaun und opferte der Weite zuliebe einige Bäume. Bis heute ist die Grenze grün, das gefällt auch den neuen Bewohnern. Renate Kränzlin pendelt hin und her, pflegt mit Akribie, Sachverstand und Liebe das gesamte Grundstück. Inklusive Unkrautzupfen. "Ich bin der Ordnungskümmerer", sagt sie. "Mir entgeht nie, ob irgendwo etwas wächst, was da nicht hingehört." Neuerdings muss sie massenhaft Akazientriebe aus dem Rasen ziehen - Relikte eines beim Orkan im Vorjahr umgestürzten Baumes.

Bei der Arbeit hilft ihr ein über 80-jähriger Gärtner. "Er hat ein praktisches Händchen, genau wie ich. Wir harmonieren super, er weiß genau, wie ich es haben will." Nämlich sauber und adrett. Ungezügelte Wildnis ist ihr ein Graus. Die Buchsbäume werden penibel in Kugel- oder Kegelform geschnitten. Einmal im Jahr kappt ein Gärtner-Team die umlaufende Eibenhecke und erledigt andere grobe Arbeiten. "Da packt mich schon am Vortag die Angst", gibt Renate Kränzlin zu. "Jedes Mal hoffe ich inständig, dass nicht zu radikal vorgegangen wird und ich nachher nicht unglücklich bin."

Ihren Garten hat sie konsequent in Grün-Weiß angelegt und erlaubt sich nur sparsame lavendelfarbene Einsprengsel: "Der sanfte Ton fügt sich gut ein."

Die optische Perfektion bereichern hübsche Dekorationen, die Renate Kränzlin mit sicherem Gespür gesammelt und verteilt hat. Auf der Bank steht eine Grubenlampe aus Gelsenkirchen, eine alte Sonnenuhr und rustikale Gefäße sind mit Pflanzen zum Stillleben arrangiert. "Ich liebe rostige Sachen", sagt sie. "Sie haben die Terracotta-Kübel von früher verdrängt. Nur ein bisschen davon ist geblieben. Terracotta und Rost, das passt zusammen."

Wohin das Auge fällt, gibt es etwas zu entdecken: die Figur eines kecken Knaben, die Skulptur einer Frau ("das Hochzeitsgeschenk unseres Freundeskreises"). Und überall hocken lustige Frösche. Biegt man um die Hausecke, kommt man zu den Kräuterbeeten. Selbst dort hat Renate Kränzlin alles fein aufeinander abgestimmt. Zwischen Salbei, Rosmarin, Oregano, Sauerampfer und Eberraute reckt sich blühender Farn. Jedes Kraut findet Verwendung in der Küche. Ihr Ehemann, der Zahnarzt Thomas Kränzlin, ist ein begnadeter Hobby-Koch und bewirtet häufig Gäste am heimischen Esstisch. Da darf dann auch die Zitronenmelisse fürs Dessert nicht fehlen. Wann genießt Renate Kränzlin ihren Garten am meisten? "Abends, wenn die Sonne untergeht", antwortet sie, "dabei entstehen tolle Lichteffekte."

Quelle: RP
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