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Meerbusch
Neustart für Ecklokal in Büderich

San Marino in Büderich: Neustart für Ecklokal in Büderich
Stühle und Tische aus dem "San Marino" mussten schon weichen. Architekt Haidas Ioannis hat noch eine Menge Arbeit vor sich, bevor er sein eigenes Restaurant in Büderich eröffnen kann. FOTO: Tanja Karrasch
Meerbusch. Das Restaurant "San Marino" hat geschlossen. Ein Langst-Kierster will das Lokal komplett umbauen und die Gäste mit einem neuen Konzept überzeugen. Heute beginnen die Renovierungsarbeiten. Von Tanja Karrasch

Für viele Meerbuscher kam das Aus des Restaurants "San Marino" überraschend: Seit dem neuem Jahr sind die Fensterscheiben abgeklebt, die Tür bleibt verschlossen. In den sozialen Netzwerken rätseln seitdem Nutzer, wieso an der Grünstraße ein weiterer Pächter das Handtuch schmeißt. Kaum ein Gastronom schaffte es in den vergangenen Jahren, sich lange dort zu halten.

Doch hinter den abgeklebten Fensterscheiben brennt Licht: Für das Ecklokal gibt es bereits einen neuen Pächter. Haidas Ioannis, ein Grieche mit italienischen Wurzeln, ist vor anderthalb Jahren mit seiner Frau und zwei Töchtern nach Langst-Kierst gezogen. In Büderich will er sich nun den Traum vom eigenen Restaurant erfüllen. Ioannis hat in Mailand Architektur studiert, aber auch in der Gastronomie hat er jahrelange Erfahrung: In vielen Hotels und Cafés in Italien und Griechenland habe er gearbeitet, erzählt er. "Ich liebe diese Arbeit, Olivenöl, gutes Essen und Getränke", sagt er.

Seit dem neuen Jahr sind die Scheiben des Restaurants an der Grünstraße abgeklebt, für viele Gäste kam das überraschend. FOTO: Tanja Karrasch

In Büderich möchte er seinen Gästen italienische und griechische Gerichte anbieten, aber auch deutsche Küche mit mediterranen Akzenten. Im Sommer soll es auf der Außenterrasse auch Kaffee oder Eis geben. Großen Wert legt Ioannis auf Qualität: "Wir wollen nicht von Großhändlern beliefert werden, sondern Eier vom Bauern und Lebensmittel aus der Region beziehen." Trotzdem werden die Preise familienfreundlich sein, verspricht er. Pizza wird es an der Grünstraße in dem neuen Lokal jedoch nicht mehr geben. Damit will sich der Gastronom abheben. In Italien gebe es in guten Restaurants schließlich auch keine Pizza.

Ioannis wagt einen Neustart im großen Stil: Er will die Gaststätte von Grund auf renovieren. Ihre Größe, der Biergarten und die Nähe zu seinem Wohnort haben ihn überzeugt: "Das Bauchgefühl hat einfach gestimmt. Ich bin überzeugt, dass man hier mehr draus machen kann", sagt er. Der 59-Jährige hat ein modernes, gemütliches Ambiente im Sinn, in einem Ordner hat er Einrichtungsideen gesammelt, Fotos von Lederstühlen in grau und braun sind da zu sehen. "Das Restaurant soll für die Gäste ein zweites Wohnzimmer sein", sagt er. Viel Grau an den Wänden, neue Tische, Lampen, neue Toiletten und eine komplett neue Küche hat Ioannis bestellt. Die Gäste sollen durch eine große Glasscheibe in die Küche blicken können, wo zwei italienische Köche aus Düsseldorf das Sagen haben werden. Holzregale mit Wein, Honig und Nudeln im Gastraum werden an einen alten Lebensmittelladen erinnern, an der Theke will der Architekt einen Stadtplan von Florenz anbringen, den er 1987 als Student bearbeitet hat.

Der Besitzer der Immobilie, Peter Pagalies, ist erleichtert: "Ich bin grundsätzlich froh, dass es einen Pächter gibt, aber vor allem auch, dass ich einen vernünftigen gefunden habe", sagt er. Das "San Marino"-Konzept sei von den Meerbuschern nicht so angenommen worden wie erhofft. "Wir haben jetzt einen, der investiert, der von dem Lokal überzeugt ist und der einen tollen Plan hat, um die Gäste zurückzugewinnen", so Pagalies. "Gehobene Gastronomie haben wir mehr als genug", findet er. Ioannis´ Idee, gute Qualität zu angemessenen Preisen anzubieten, begrüßt der Hausbesitzer daher. Er hofft, dass das neue Restaurant sich wieder zu einem Treffpunkt für die Meerbuscher entwickeln wird.

So wie früher, als das Lokal eine beliebte Eckkneipe war, die über 30 Jahre lang familiengeführt wurde. Seitdem wechselten die Pächter fast jährlich: Der Edelitaliener "Benson" sei kurzfristig in Konkurs gegangen, erinnert sich Pagalies. Der "Alexanderplatz", der internationale Küche angeboten hatte, gab nach einem Jahr auf. Das griechische Restaurant "Idea" schloss nach einem Jahr, weil der Besitzer mit einem anderen Unternehmen Insolvenz anmelden musste, so Pagalies. "Letztendlich hat es immer an Geld gefehlt."

Haidas Ioannis will es besser machen. Er hofft auf langfristigen Erfolg mit seiner Leidenschaft für gutes Essen und dem neuen Konzept. Den Namen seines Restaurants will er noch nicht verraten. Nur so viel: Es soll ein deutscher Name werden. Die Neueröffnung ist für Ende Februar geplant. "Aber wir müssen gucken, wie die Renovierung läuft", sagt Ioannis. Die beginnt heute.

Quelle: RP
 
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