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Oldtimer-Rallye
Schätzchen sind sie alle

Das sind die schönsten Oldtimer
Das sind die schönsten Oldtimer FOTO: Uli Dackweiler
Meerbusch. Startschuss für die 6. Lions Oldtimer Rallye: Vom Meerbusch aus führt die 160 Kilometer lange Strecke zu Stationen am Niederrhein. Die Teilnehmer in den 36 Nostalgie-Fahrzeugen unterstützen damit die "Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder" Von Regina Goldlücke

Werner Neudorf kaufte seinen Trabant 1992 für 100 Mark. "Ich wollte den unbedingt retten", sagt der Ratinger. Seitdem zuckelt er bei Rallyes mit seinem anspruchslosen Gefährt Baujahr 1962 kreuz und quer durchs Land. Am Samstag Morgen parkt der Trabi neben 35 anderen nostalgischen, aber weitaus teureren Schätzchen vor dem Rheinhotel Vier Jahreszeiten in Meerbusch. Vornehm blinkt das älteste Fahrzeug in der Sonne: ein Rolls Royce Phantom 1 Dual Cowl Tourer von 1927. Sein stolzer Besitzer ist der Engländer Ed Summer aus Kempen. "Mit dieser Karosserie wurden bis 1929 überhaupt nur neun Stück gebaut", berichtet er. "Meiner ist der letzte, ich habe ihn in Großbritannien erworben."

Die Erlöse kommen der Gerald-Asamoah-Stiftung zugute

Die Autos starten ab 9 Uhr im Minutentakt zur "Lions Oldtimer Rallye 2016", der sechsten, die der Düsseldorfer "Lions Club Rheinuferpromenade" für einen guten Zweck ausrichtet. Voriges Jahr gingen die Erlöse an die KinderAugenKrebsStiftung in Bonn, diesmal kommen sie der "Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder" zugute. Der ehemalige Schalke-Profi musste einmal wegen eines angeborenen Herzfehlers um seine Sportler-Karriere bangen. Er wurde wieder gesund und setzte sich aus Dankbarkeit das Ziel, betroffenen Kindern zu helfen. "Ich war bisher nur einmal als Beifahrer bei einer Rallye dabei", erzählt er. "Heute sitze ich selber am Steuer und bin gespannt, wie wir abschneiden."

Sein Co-Pilot ist Stephan Brune vom Vorstand der Stiftung, gemeinsam wollen sie die Aufgaben entlang der Strecke meistern. "Wir haben Teilnehmer aus ganz Deutschland dabei", erklärt Manuel Farrokh, der die Rallye mit seinen Lions-Freunden Christian Underwood und Simon Weppner plante und organisierte. Ein Autobesitzer aus Kaiserswerth wäre fast zu spät gekommen. Er wollte mit der Fähre zum Treffpunkt in Langst-Kierst übersetzen und erlebte eine böse Überraschung: Wegen des NRW-Geburtstagsfestes war sie in Düsseldorf im Einsatz.

Der Stopp am "Skywalk" bei Jackerath entfällt wegen einer Demo

Simon Weppner informiert noch schnell über eine Streckenänderung: "Der Stopp am Skywalk Garzweiler fällt weg. Dort gibt es heute eine Demonstration, die Polizei hat alles abgesperrt." Auch die Oberkasseler Brücke kann erst ab 16 Uhr befahren werden. Aber bis dahin sind die Autos ohnehin unterwegs. Sie machen Halt an Schloss Dyck, am Rittergut Wildenrath, am Hariksee und am Flughafen Mönchengladbach. Noch ein Hinweis auf die bereit gelegte Sonnencreme, ausreichend Wasser und die Prüfungen, die es im fröhlichen Wettstreit zu bewältigen gibt - dann rollt ein Oldtimer nach dem anderen auf die 160 km lange Tour, darunter Modelle von Porsche, Mercedes, BMW, Austin, Landrover, Triumph. Alle Autos sind mindestens 30 Jahre alt.

Der Mercedes SL 300 des Düsseldorfers Nicolas Bayertz erreichte das Limit gerade erst vor zwei Tagen: "Ich habe ihn in meiner Werkstatt aufpoliert", sagt er. Auch Dirk Dreier aus Gelsenkirchen legt am liebsten selber Hand an: "Mein Porsche ist ein Familienstück, aber ich bin bei uns der Schrauber." Zwei "Herzkinder" klettern in den VW-Bus von Asamoah: Louis (4) mit Mutter Heike Dings aus Rede, und Bastian (11), dessen Mutter Bianka Arndts in Isselburg die Selbsthilfegruppe "Herzpflaster" betreut und Kontakt zur Stiftung suchte. Ab 18 Uhr werden die Rallye-Fahrer im Innside Düsseldorf-Derendorf zur großen Abschluss-Party mit Prämierung der siegreichen Teams erwartet.

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