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Meerbusch
Schiedsleute schlichten im Streit unter Nachbarn

Meerbusch. Bei den Schiedsleuten stehen die Zeichen auf Generationswechsel. Zum 1. November scheiden die altbewährten Osterather Schiedsmänner Heinz Dieter Steinfels und Eckhard Werner nach langjähriger Amtstätigkeit aus. Schon in den "Ruhestand" gewechselt ist der bisherige stellvertretende Schiedsmann für Lank-Latum, Strümp, Ossum-Bösinghoven und die Rheingemeinden, Lothar Bensch. In Büderich bleibt mit Birte Wienands und ihrem Stellvertreter Axel Sadzik alles beim Alten.

Die drei vom Stadtrat bestellten Neulinge gehen mit Idealismus und Vorfreude ans Werk. Der 39-jährige Daniel Bauer, verheiratet und Vater dreier Kinder, ist von Beruf Patent-Assessor. "Ich hatte ohnehin vor, mich wieder mehr ehrenamtlich zu engagieren", so der Wahl-Osterather. "Als ich die Ausschreibung der Stadt sah, wusste ich gleich, dass diese Aufgabe mir liegt." Bauer wird im November Nachfolger von Heinz Dieter Steinfels, ist dann also erster Schiedsmann für Osterath. Seine künftige Stellvertreterin Heike Hartmann ist erst vor eineinhalb Jahren aus Düsseldorf nach Osterath gezogen. Auch sie hatte sich durch die Ausschreibung der Stadt sofort angesprochen gefühlt. "Ich fühle mich in Meerbusch rundum wohl und möchte etwas tun", sagt die 48-jährige Diplom-Finanzwirtin, die als Betriebsprüferin tätig ist Nebenberuflich ist sie in Osterath als Heilpraktikerin tätig.

Die gebürtige Lankerin Sigrid Hilbert beerbt Lothar Bensch und ist als Stellvertreterin von Claudia Brauns für Lank-Latum, Strümp, Ossum-Bösinghoven und die Rheingemeinden bereits vom Amtsgericht Neuss vereidigt. Die 57-jährige Diplom-Kauffrau arbeitet als Personalleiterin. "Meine Heimat hier liegt mir am Herzen, ich habe hier immer gut gelebt - jetzt ist es Zeit, etwas zurückzugeben", so die verheiratete Mutter einer Tochter. "Unsere Schiedsleute sind keine Richter, sondern Moderatoren", erklärt Holger Reith, der die Kandidatensuche im Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung betreut hat. "Sie vermitteln, schlichten und stellen Einvernehmen zwischen streitenden Parteien her." Schiedsleute entlasten übrigens nicht nur Gerichte, sondern auch den Geldbeutel der Bürger. "Der mühselige und womöglich kostspielige Weg vor den Kadi kann vermieden werden, bevor sich die Lage zuspitzt. In Privatklagesachen ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, zuerst im Rahmen einer Schlichtungsverhandlung beim Schiedsamt eine Versöhnung zu versuchen", so Reith. Privatklagedelikte sind Fälle von Hausfriedensbruch, Bedrohung, Körperverletzung oder Sachbeschädigung.

www.meerbusch.de

Quelle: RP
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