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Meerbusch
Schnelleres Internet für Meerbusch geplant

Meerbusch: Schnelleres Internet für Meerbusch geplant
FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. 50 bis 100 Megabit/Sekunde sind angepeilt. Dezernent Assenmacher hofft, dass keine Kosten für Meerbusch entstehen. Von Sebastian Peters

Die Meerbuscher Stadtverwaltung will mit einer Ausschreibung Firmen suchen, die schnelleres Internet möglich machen. Unternehmen wie die Deutsche Telekom oder die Deutsche Glasfaser sollen sich beteiligen können. Der städtische Beigeordnete Michael Assenmacher hofft, dass die Verlegung der Glasfaserkabel für Meerbusch kostenneutral geschehen kann.

Derzeit ist das Internet an vielen Stellen auf Meerbuscher Stadtgebiet noch sehr langsam. Teilweise surfen die Haushalte noch mit 6 Megabit/Sekunde (Mbit/s) oder 16 Mbit/s. Mbit/s ist die Einheit dafür, wie schnell ein Datenpaket von einem Megabit pro Sekunde im Internet fließt. Ziel solle es sein, dass in allen Haushalten ein Standard von mindestens 50 Mbit/s erreicht wird, sagte Assenmacher. In der jüngsten Ratssitzung forderte Marc Becker von den Piraten, dass die Stadt sich sogar 100 Mbit/s zum Ziel setzen sollte. Die gleiche Geschwindigkeit peilt auch der Rhein-Kreis Neuss an. "50 Mbit/s werden schon schnell Standard sein", sagt Becker.

Diese Karte der Bundesregierung (Breitbandatlas) zeigt, wo das Meerbuscher Internet noch langsam (blaue Quadrate) und wo schon schnell (gelbe Quadrate) ist. Die Stadt Meerbusch will jetzt daran arbeiten, die Geschwindigkeitslücken zu schließen. FOTO: Breitbandatlas Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Michael Assenmacher, der als technischer Beigeordneter in Meerbusch fungiert, ist bei einer lockeren Prüfung der Internetgeschwindigkeit im Meerbuscher Ortsnetz auf die Lücken aufmerksam geworden. Das Beispiel Büderich: Auf der Düsseldorfer Straße wird vereinzelt schon 50 Mbit/s angeboten, auf der benachbarten Dorfstraße allerdings teilweise nur 16 Mbit/s. Auch manche Gewerbegebiete seien noch nicht mit schnellem Internet ausgestattet, so Assenmacher.

Die Telefonleitungen sind als Kupferkabel in den Vierzigern bis Sechzigern verlegt worden - damals gab es nur wenige Telefone, an Internet war nicht zu denken. Maximal 16 Mbit/s sind mit Kupferkabeln möglich.

Andere Kommunen im Rhein-Kreis machen Meerbusch gerade vor, wie das Internet beschleunigt wird. Im Rhein-Kreis arbeitet sich die Deutsche Glasfaser derzeit von Jüchen aus Richtung Neuss vor und macht das Internet schneller. Einen eigenen Weg ist die Stadt Kaarst gegangen. Sie hat ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren gestartet, an dem die Firmen teilnehmen konnten. Den Zuschlag erhielt die Deutsche Telekom. Sie verlegt nun in Kaarst neue Leitungen für schnelleres Internet. "Das hat die Stadt Kaarst nichts gekostet", sagt Michael Assenmacher, der sich das Vorgehen der östlichen Nachbarn jetzt zum Vorbild nehmen. Auch Meerbusch will ein Interessenbekundungsverfahren starten. Assenmacher würde es begrüßen, wenn auch hier die Deutsche Telekom teilnimmt. "Im Unterschied zur Deutschen Glasfaser, bei der die Bürger nachher nur diesen Anbieter wählen, kann der Bürger bei der Telekom auch andere Anbieter auswählen."

Die Unternehmen profitieren vom Verlegen der Leitungen, weil sie den Bürgern schnelleres Internet verkaufen können.

Noch vor den Sommerferien will Assenmacher Rückmeldungen von den Unternehmen haben. Im Jahr 2017 soll dann nach seinem Wunsch ganz Meerbusch mit schnellem Internet ausgestattet sein.

Quelle: RP
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