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Meerbusch
Schüler leisten Rollator-Hilfe

Meerbusch: Schüler leisten Rollator-Hilfe
Franz-Josef Baumeister mimt einen Rollatorfahrer, der nur mühsam in den Bus steigen kann. Wie gut, dass ihm die Fünftklässler vom Mataré-Gymnasium hilfreich zur Seite stehen. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Fünftklässler lernen im Projekt der Busschule, wie sie sicher mit Bus und Bahn unterwegs sind. Von Philippa Baurmann und Anke Kronemeyer

Der alte Mann mit Kappe auf dem Kopf kann sich nur schwer am Rollator festhalten. "Ist das der Bus zum Haus Meer?" ruft er zögerlich in den Bus hinein. "Komme ich denn auch die Stufen hoch?" Kein Problem: Sofort springen zehn Jungen und Mädchen auf, gehen ihm entgegen und fragen: "Können wir Ihnen helfen?" Damit haben die Schüler schon alles richtig gemacht. Denn diese Szene ist nur gespielt, gehört zum Programm der Busschule, an der mehr als 500 Fünftklässler aus Meerbusch wie in jedem Jahr teilnehmen. Die Rheinbahn bietet das Projekt mit finanzieller Unterstützung der Stadt Meerbusch und in Kooperation mit der Kreispolizeibehörde Neuss an.

Gestern war es eine fünfte Klasse des Mataré-Gymnasiums, die den Schultag im Betriebshof Heerdt der Rheinbahn verbrachte. Ihre "Lehrer" für diesen Tag: Polizeihauptkommissar Franz-Josef Baumeister (der mit dem Rollator), Pädagogin und Rheinbahn-Mitarbeiterin Ina Baumann und Busfahrer Stefan Norff. Aber auch Klassenlehrerin Lisa Billen ist dabei und ist stolz auf ihre Schüler. "Das habt ihr gerade hinreißend schön gemacht", gibt sie ihr Urteil nach der Einstiegsszene mit dem Rollator-Fahrgast ab.

Nächste Unterrichtseinheit: Der Bus fährt stockend an, legt sich rückartig in die Kurve, wackelt, bremst, fährt weiter, weicht einem imaginären Hindernis aus und kommt dann plötzlich an der Haltestelle zum Stehen. Busfahrer Stefan Norff dreht sich um und fragt, ob es jedem gut gehe. Bejahendes Nicken von allen Seiten ist die Antwort.

Denn die Fünftklässler haben auch hier alle Regeln des sicheren Fahrens beachtet. Sie haben gelernt, welche Kräfte auf sie während einer Busfahrt wirken und wie sie sicher am Ziel ankommen. Ina Baumann: "Wir sind im Bus nicht allein. Hier sind viele Menschen auf engem Raum. Da ist Rücksichtnahme gefragt." Auch auf die Frage von Stefan Norff, wohin die Rucksäcke gehören, wissen die Schüler die richtige Antwort: "Natürlich muss die Schultasche auf den Boden und zwischen den Beinen eingeklemmt werden." Um auch in vollen Bussen und Bahnen das Gleichgewicht zu wahren, erklärt Polizist Baumeister die sichere Stehposition: "Ihr müsst euch vorstellen, dass der Bus ein riesiges Longboard ist. Und genau so müsst ihr auch stehen: Knie leicht gebeugt und breitbeinig."

Melody (10) findet die Busschule sehr gut. "Ich habe viele Dinge gelernt und fühle mich sicherer. Jetzt weiß ich worauf ich achten muss." Auch Collin (10) ist begeistert: "Mir hat die Wackelfahrt viel Spaß gemacht, da ich mich durch die Tipps, die wir vorher bekommen haben, sicher gefühlt habe."

Quelle: RP
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