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Meerbusch
Seit 50 Jahren selbstständig

Düsseldorf. Die evangelische Gemeinde Büderich ist nach dem Zweiten Weltkrieg rapide gewachsen. Am 1. April 1960 löste sie sich von der Oberkasseler Gemeinde, mit der sie bis dahin noch eine Einheit bildete. Von Heike Schoog

büderich Morgen ist es genau 50 Jahre her, dass die evangelische Gemeinde Büderich selbstständig wurde. Am 1. April 1960 hat sie sich von Oberkassel gelöst. Bis dahin waren die Büdericher Protestanten Teil einer Großgemeinde. "Die Ablösung war das Ende einer langen Entwicklung", beschreibt Pfarrer Wilfried Pahlke, der seit gut 20 Jahren sein Büro an der Karl-Arnold-Straße in Büderich hat. Im 19. Jahrhundert gehörten der Großgemeinde die Stadt Neuss sowie die Düsseldorfer Stadtteile Heerdt und Oberkassel sowie Büderich (damals Bürgermeisterei) an. 1912 trennte sich Neuss, später Heerdt. "Die Trennung von Oberkassel war die schwierigste. Denn die Oberkasseler wollten ihre Hoheit behalten", hat Pahlke nachgelesen. Der Prozess zur Loslösung begann bereits 1952. "In diesem Jahr versuchte Büderich zum ersten Mal, einen eigenen Pfarrer zu bekommen", so Pahlke. Bis dahin hat der Oberkasseler Pastor auch in Büderich gepredigt. Schließlich genehmigte die Landeskirche im Rheinland eine Pfarrstelle für Büderich. Hans Hütt wurde der erste Pfarrer.

Die Gemeinde war in den zurückliegenden Jahren gewachsen. Zählte sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch 122 evangelische Bürger in Büderich (Gesamt: etwa 4000 Einwohner), so schnellte die Zahl nach dem Zweiten Weltkrieg enorm in die Höhe. 1946 zählte Büderich 2200 evangelische Christen bei 9000 Einwohnern. 1952 waren es schon 3070 evangelische Christen (bei 11 070 Einwohnern. "Sie kamen vor allem aus Ostpreußen und Schlesien."

Die Gemeinde wurde immer größer. 1961 wurde die zweite Pfarrstelle genehmigt. Timm Eckhardt kam nach Büderich. Zwei Kirchenhäuser – die Christus- und die Bethlehem-Kirche wurden in einem Abstand von (Luftlinie) etwa 800 Metern errichtet.

Der so genannte "Stall von Bethlehem" hatte ausgedient. Dort, wo heute das Autohaus Deniz beheimatet ist, hielt die Gemeinde ihre Gottesdienste ab – im Kapellchen an der Ecke Düsseldorfer Straße/In der Meer. Dort waren das Gemeindehaus und ein Kindergarten untergebracht. Auch eine evangelische Grundschule wurde eingerichtet. Die heutige Brüder-Grimm-Schule war ehemals evangelisch, wurde aber zur Gemeinschaftsgrundschule umgewidmet.

Angesichts der Vielzahl gut verdienender Industrieller und Manager wurde auch im Meererbusch der Wunsch nach einer eigenen Gottesdienststätte laut. Dazu ist es nicht gekommen. Heute ist die Gemeinde froh. Angesichts sinkender Einnahmen müssen viele Kirchen sich gegebenenfalls von Immobilien trennen.

Wechsel nach Krefeld-Viersen

Noch eine Trennung hat die Büdericher Gemeinde in den vergangenen Jahren vollzogen. Sie wechselte 2004 vom Kirchenkreis Düsseldorf nach Krefeld-Viersen. "Das ermöglichte uns auch eine engere Zusammenarbeit mit den Gemeinden Lank und Osterath", so Pfarrer Pahlke.

Quelle: RP
 
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