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Meerbusch
Sind Düsseldorfer Schulen für Meerbuscher Kinder bald tabu?

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NRW von A bis Z FOTO: dpa, Martin Gerten
Meerbusch. Die Landeshauptstadt plant, künftig keine Meerbuscher Schüler mehr an ihren Schulen aufzunehmen. Begründung: die Kapazitäten sind knapp Von Marcel Romahn

Meerbuschs Eltern sind verärgert. Sollte die Düsseldorfer Verwaltung ihr Vorhaben in die Tat umsetzen, hätten sie bald keine Möglichkeit mehr, ihre Kinder an Düsseldorfer Schulen anzumelden. Bis zum Schuljahr 2019/2020 rechnet die Landeshauptstadt bei den Schülerzahlen mit einem Plus von 11,2 Prozent. Doch die Kapazitäten sind knapp. Mindestens 300 Schulräume werden für die rund 6000 zusätzlichen Schüler benötigt, erklärte der Düsseldorfer Schuldezernent Burkhard Hintzsche auf Nachfrage unserer Zeitung. Um den Platzbedarf decken zu können, plant die Stadt Düsseldorf, künftig keine ortsfremden Kinder mehr an den Schulen anzunehmen.

Für die neue Regelung will die Düsseldorfer Verwaltung dem Stadtrat eine Satzung vorlegen. Ein entsprechendes Schulrechtsänderungsgesetz ist im April verabschiedet worden. Bereits in der Vergangenheit mussten Meerbuscher Eltern den Klageweg beschreiten, um ihre Kinder auf Düsseldorfer Schulen anmelden zu können. So auch die Lankerin Victoria Riedel - eines ihrer Kinder geht auf das Cecilien-Gymnasium. Dass die Landeshauptstadt womöglich bald anderen Schulkindern den Riegel vorschiebt, kann die Mutter nicht nachvollziehen. "Wir leben hier in einem großen Ballungsgebiet", sagt sie. "Viele Meerbuscher arbeiten in Düsseldorf oder kaufen dort regelmäßig ein. Warum sollten unsere Kinder dort nicht auch zur Schule gehen dürfen?" Derzeit gehen rund 1000 ortsfremde Kinder in Düsseldorf zur Schule. Aufgrund steigender Geburtenzahlen und stetigem Zuzug habe die Stadt bereits große Probleme, für die eigenen Kinder an den Schulen Platz zu schaffen. Meerbuscher Schüler deshalb jedoch einfach abzuweisen, hält Riedel für falsch: "Den Kindern einen Platz an der Schule zu verweigern, hat nichts mit freier Bildungswahl zu tun."

Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage kann das Vorhaben der Nachbarstadt jedoch grundsätzlich nachvollziehen. "Natürlich muss jede Kommune die eigenen Schüler bevorzugen." Ohnehin sei die Zahl der Meerbuscher Kinder, die eine weiterführende Schule in Düsseldorf besuchen, rückläufig. Die Verwaltung befrage derzeit umliegende Städte, in wie weit diese künftig vom Schulrechtsänderungsgesetz Gebrauch machen werden. "Von Düsseldorf haben wir bislang noch keine Antwort erhalten", sagt die Bürgermeisterin. Nach Auswertung der Umfrage sei es jedoch vorstellbar, dass auch die Meerbuscher Gesamtschule, die ebenfalls Kapazitätsprobleme hat, keine Schüler von außerhalb mehr aufnehmen werde.

Quelle: RP
 
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