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Gerd Vasen
"Sind für alles offen und freuen uns auf Gespräche"

Meerbusch. Der Inhaber von MusicArt über mögliche Kooperationen der städtischen mit privaten Musikschulen Von Martin Röse

Der Kulturausschuss hat die Verwaltung vor einem halben Jahr damit beauftragt, Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Musikschulen auszuloten. Das Ziel: den Zuschussbedarf von mehr als 840 Euro für jeden der 1200 Schüler der städtischen Musikschule zu senken. Heute wird die Verwaltung das Ergebnis vorstellen und mitteilen, für Kooperationen sehe sie mittelfristig keinen Anlass. MusicArt ist mit 500 Schülern die größte private Musikschule in Meerbusch. Wir sprachen mit Mitinhaber Gerd Vasen.

Wie liefen die Gespräche der Stadtverwaltung mit Ihnen?

Vasen Mit uns hat niemand gesprochen.

Die Verwaltung erklärt, eine Kooperation mit einer privaten Musikschule komme schon deshalb nicht infrage, weil sie nicht Mitglied im Bund Deutscher Musikschule ist und insofern die Ausbildung nicht vergleichbar sei.

Vasen Die Verwaltung stellt es so dar, als wenn diese Mitgliedschaft eine Art Gütesiegel wäre. Das ist nicht der Fall. Wir sind eine staatlich anerkannte Musikschule. Die staatliche Anerkennung unserer Musikschule lässt auf die Gewährleistung aller Standards in popularmusikalischen und im klassischen Bereich schließen. Gerade weil wir nicht an den Strukturplan des Bundes der Musikschulen gebunden sind, können unsere bestausgebildeten Dozenten, die bei uns das ganze Jahr über durchbezahlt werden, individuell auf jeden Schüler eingehen.

Wären Sie bereit, für eine Kooperation Mitglied des Bundes der Musikschulen zu werden?

Vasen Nein! Noch einmal: Mitglied des Bundes der Musikschulen zu sein, ist kein Qualitätskriterium. Selbstverständlich garantieren wir für die Qualität unseres Unterrichtes. Dafür sprechen unsere Schülerzahlen und unser guter Ruf.

Dafür müssen Ihre Schüler aber bestimmt tiefer in die Tasche greifen als an der städtischen Musikschule.

Vasen Das stimmt so nicht. Auf die Unterrichtsminute gerechnet, inklusive Subventionen und Elternbeiträge, sind wir preiswerter. Was uns allerdings wundert: Weite Teile der Popularmusik waren für die städtische Musikschule jahrzehntelang nie ein Thema. Bis wir eröffnet haben und entsprechende Kurse anboten. Wenig später erweiterte die städtische Musikschule ihr Angebot um genau diese Kurse, subventioniert aus Steuergeldern. Da stellt man sich die Frage: Was soll das?

Klar, die städtische Musikschule ist Konkurrenz für Sie.

Vasen Ich befürworte absolut, dass es die städtische Musikschule gibt! Weil sie einen öffentlichen Bildungsauftrag hat. Über Form und Finanzen muss diskutiert werden. Ich habe aber den Eindruck, die städtische Musikschule nimmt ihren Bildungsauftrag und den Kostenapparat bisweilen nicht sehr ernst. Wir wurden von einem städtischen Kindergarten angesprochen, der gerne eine musikalische Früherziehung in seiner Einrichtung gehabt hätte. Die städtische Musikschule sah sich dazu zwei Jahre lang nicht in der Lage. Erst als wir das mit Eltern und Erziehern abgestimmte Konzept erarbeitet hatten, hieß es plötzlich eine Woche vor dem geplanten Start: Kommando zurück, die städtische Musikschule macht es jetzt doch.

Dem Kulturdezernten haben Sie vorgeworfen, Ihre Musikschule öffentlich zu diskreditieren...

Vasen Er wirft uns eine nicht zu findende Qualitätsgarantie und indirekt mangelnde Transparenz vor und behauptet, unsere Entgeltordnung sei nicht öffentlich einsehbar. Fakt ist: Unsere Entgeltordnung ist weder geheim, noch hegen wir Ambitionen, diese zu vertuschen. Leider hat die Stadtverwaltung sie nicht angefragt. Genauso nennt die Verwaltung unser Leistungsspektrum "nicht nachvollziehbar", dabei ist das auf unserer Internetseite ausführlich nachzulesen. Insofern empfinde ich die Äußerungen des Kulturdezernats als diffamierend.

Ist das Tischtuch jetzt zerschnitten?

Vasen Wir waren und sind für alles offen, was im Rahmen eines sinnvollen Miteinanders mit der städtischen Musikschule möglich ist. Wir würden uns über ein Gespräch sehr freuen.

Quelle: RP
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