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Meerbusch
Skaterfläche ist da, jetzt geht's um Geld

Meerbusch: Skaterfläche ist da, jetzt geht's um Geld
Finn (l.) legt schon mal los mit seinem Longboard, und Florian rollt mit dem Roller los. Jan, Dennis und Theo (hi. v.l.) gucken zu und freuen sich an diesem Platz auf die neue Skateranlage. Sie soll schon 2017 fertig sein. FOTO: Falk Janning
Meerbusch. Es hat lange gedauert, aber jetzt ist ein Platz für die jungen Skater aus Meerbusch gefunden. Sie haben sich selbst dafür eingesetzt - im Partizipations-Projekt. Jetzt fehlt ihnen nur noch eins: Geld. Der Platz kostet 400.000 Euro. Von Anke Kronemeyer

600 Euro haben die Jugendlichen schon auf ihrem Konto - fehlen also nur noch 399.400 Euro. Aber auch die bekommen sie zusammen - da sind sie sich ganz sicher. Ihnen allen voran Ulla Bundrock-Muhs, die die Jungs und Mädchen schon seit langem in einem so genannten Partizipations-Projekt coacht. Das ist Bestandteil der Querkopf-Akademie.

Bundrock-Muhs und die Jugendlichen sind schon länger dran, haben mit Bürgermeisterin und Politikern gesprochen, Unterschriften gesammelt, mit Profi-Planern in Workshops zusammengesessen und bei wöchentlichen Treffen neue Ideen entwickelt. Das hat sogar ihre Eltern erstaunt. "Toll, dass sie dran geblieben sind", sagt Carsten Grützmacher, Vater von Jan, der beim Projekt mitmacht. Rückendeckung gab es auch von der Stadt: Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage hatte im September 2014 mit Landtagsvizepräsident (und Meerbuscher) Oliver Keymis den Startschuss zu diesem Projekt gegeben. Tenor: Meerbusch soll eine Modellkommune sein, in der für andere sichtbar gezeigt wird, wie Kinder und Jugendliche sich aktiv gesellschaftspolitisch engagieren.

Und genau diese Jugendlichen haben nicht locker gelassen. Mit dem Ergebnis, dass ihnen die Stadt jetzt eine Fläche, die gegenüber des Wohngebiets "Am Strümper Busch" eigentlich als Spielfläche ausgewiesen worden war, überlässt. "Jetzt können wir offiziell starten", so Bundrock-Muhs. Heißt: Der Plan steht, jetzt wird Geld gesammelt. 200.000 Euro kostet es, die Betonschale in den Boden einzulassen, auf der dann geskatet werden kann. Die Jugendlichen haben daran gedacht, dass die Fläche auch anders genutzt werden kann - zum Beispiel für ein Rollatoren-Training von Senioren. Weitere 200.000 Euro sind nötig, um eine BMX- und Dirt-Anlage zu bauen und eine kleine Rampe für Bobbycars anzulegen. "Das ist ein Projekt für alle Generationen", sagt Bundrock-Muhs.

Das Landesjugendamt Rheinland fördert dieses Projekt im Kinder- und Jugendförderplan, Partner sind auch der OBV (Osterather Betreuungsverein) und die Sparkasse Neuss, die die Kick-Off-Veranstaltung mitorganisiert und in den Filialen Spendendosen aufstellt. 600 Euro sind beim Maimarkt in Osterath gespendet worden. "Da haben wir Zuckerwatte verkauft", erzählt Dennis (13), Schüler der Montessori-Gesamtschule. Dass die Jugendlichen bei diesem Fest viel Zuspruch von den Besuchern bekommen haben, "macht uns auch ein wenig stolz", so Dennis. Nach Rechnung von Bundrock-Muhs wäre die Finanzierung theoretisch ganz einfach: "Wenn jeder Meerbuscher acht Euro spendet, können wir anfangen." Deswegen hätten die Jugendlichen auch Acht-Euro-Scheine gedruckt. Geplant ist, über Internet (Crowdfunding) Geldspenden zu akquirieren. Dafür wird am Mittwoch ein professioneller Werbefilm gedreht, mit dem die Skater-Truppe für ihr Projekt werben kann. Regisseur: der Vater eines der beteiligten Skater-Jungs. Es kann sich aber auch jeder einen Quadratmeter der Fläche für den Preis von 220 Euro sichern und wird dann auf einer Tafel als Spender erwähnt.

Die Stadt überlässt der Querkopf-Akademie als juristischer Person die Fläche. Ist alles fertig, übergibt die Akademie den Platz wieder an die Stadt, die dann für Unterhalt und Wartung sorgt. Eine ähnliche Anlage, wie sie in Strümp entstehen soll, gibt es bereits: in Filderstadt. Sie entstand dort unter Regie von Michael Assenmacher, der heute Technischer Dezernent in Meerbusch ist. "Er hat uns auf Basis seiner Erfahrungen in Süddeutschland auch seine Unterstützung zugesagt," so Bundrocks-Muhs.

Ihr ist wichtig, das Skaterprojekt in einen großen politischen Rahmen zu binden: "Wir reden hier zwar über eine Aktion, aber für mich geht es darum, dass die Kinder es selbst mitgestaltet haben und immer am Ball geblieben sind und damit ganz praktisch Demokratie lernen." Ähnlich sei es auch mit dem anderen Projekt, das sie in der Akademie auf den Weg bringen will: den Meerbusch-Express. Den entwickelt der 19-jährige Morice-Constantin Ippers mit. Er und seine Mitstreiter sind in Verhandlungen mit der Rheinbahn, die ganz angetan sei von dem Projekt. Die Buslinie soll die Stadtteile von Meerbusch verbinden. Ippers ist bereits bei den Grünen aktiv, und auch bei den anderen Jugendlichen ist sich Bundrock-Muhs sicher, dass sie in die Politik gehen könnten. "Dennis ist zum Beispiel ein guter Redner". Der wiegelt ab: "Ne, dann müsste ich ja immer so Reden halten."

Gibt es ein Eröffnungs-Datum? Bundrock-Muhs: "Ich gehe ganz stark von 2017 aus. Bis Ende der Sommerferien sollten wir 200.000 Euro zusammenhaben."

Quelle: RP
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