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Meerbusch
So leben die Neu-Bürger von Osterath

Meerbusch: So leben die Neu-Bürger von Osterath
"Hier wollen wir bleiben": Johann und Evelyn Olligs leben seit September in ihrer neuen Wohnung auf dem Ostara-Gelände und fühlen sich dort so wohl, dass sie nicht mehr ausziehen wollen. FOTO: Anke Kronemeyer
Meerbusch. 100 Wohnungen auf dem früheren Ostara-Gelände sind bereits vermietet, jetzt sind weitere 100 Wohnungen fertig und werden vermarktet. Evelyn und Johann Olligs waren mit die ersten Mieter. Ein Hausbesuch. Von Anke Kronemeyer

81 Quadratmeter, großes helles Wohnzimmer mit kleiner Terrasse und Rasen vor der Tür, eine offene Küche, ein schneeweißes Bad, das Schlafzimmer mit Ankleideraum und eine Abstellkammer: Das ist das neue Zuhause von Evelyn (66) und Johann "Hans" (68) Olligs. Seit September ist ihre neue Adresse die Werkstraße in Osterath. Und für Johann Olligs steht fest: "Hier will ich bleiben." Die beiden fühlen sich in dem Neubau so wohl, dass sie glauben, dort alt werden zu können.

Drumherum haben sie alles, was sie in ihrem Ruhestand brauchen: Der Bruder von Evelyn Olligs wohnt in der Nähe, sie gehen zweimal in der Woche ins Fitness-Studio, mit den Rädern sind sie schnell überall und - was in einer neuen Wohnung immer wichtig ist: Es stimmt auch mit den Nachbarn. "Wir haben schon Schlüssel untereinander getauscht und kümmern uns, wenn die Nachbarn verreist sind."

Die Küchenzeile hat sich Ehepaar Olligs neu einbauen lassen. Gefrühstückt wird an dem kleinen Tisch links. FOTO: anke kronemeyer

Das Ehepaar Olligs hat zwar schon früher mal in Meerbusch gewohnt, ist aber jetzt aus Kaarst hergezogen. Dort hatten sie zuletzt zehn Jahre gelebt. "Wir wollten noch mal eine Veränderung", sagt Evelyn Olligs. Viele Jahre zuvor war Büderich ihr Wohnsitz, Meerbusch war ihnen also nicht fremd. Zumal Johann Olligs über Jahrzehnte bei Tepack in Büderich gearbeitet hat und dort auch nach wie vor im Schützenverein aktiv ist. Die beiden waren sogar schon mal Minister: Als Michael Laumen 1999 Schützenkönig war. Seine Frau hat zuletzt 15 Jahre in den Küchen von zwei Kindergärten gearbeitet und für die Kinder gekocht.

Die beiden sind seit 1970 verheiratet, lernten sich kennen, als "Hansi" Olligs bei den damaligen Swinging Fanfares Musik machte und mit dem E-Bass auftrat. Die Goldhochzeit steht in zwei Jahren im Kalender - und die wird mit Sicherheit mitsamt der ganzen Familie gefeiert: zwei erwachsene Kinder und fünf Enkel gehören dazu. Als alle Weihnachten zu Besuch kamen, war die Wohnung gerammelt voll.

Dagmar Böcker-Schüttken und Robert Ungewitter vor den Wohnungen. FOTO: anke kronemeyer

Das Ostara-Gelände ist noch nicht komplett fertig, jetzt kann bald der zweite Bauabschnitt bezogen werden. Das Unternehmen Tenbrinke hat das Areal als Investor entwickelt. 103 Einfamilienhäuser wurden gebaut und verkauft. Für die Vermarktung der rund 200 Mietwohnungen ist Böcker-Wohnimmobilien zuständig. Projektleiter ist Robert Ungewitter, er und Leslie Bauer sind die Ansprechpartner. Die Wohnungen sind 39 bis 136 Quadratmeter groß, haben ein bis vier Zimmer und werden zu einem Quadratmeterpreis von unter zehn Euro angeboten.

Nichts Neues gibt es zum geplanten Gebäuderiegel, der als Lärmschutzwall dienen soll: Auch Ehepaar Olligs hört natürlich die Bahn, die dort regelmäßig vorbei rattert. Das Schlafzimmer geht zur kleinen Straße raus.

Viel Platz und Tageslicht: das Badezimmer der 81-Quadratmeter großen Wohnung FOTO: anke kronemeyer

Zwischen den Bahngleisen und der neuen Wohnbebauung sollte eigentlich Klein-Handwerk angesiedelt und damit die Geräusche gedämmt werden - die Verhandlungen zwischen Stadt und Investor sind noch nicht erfolgreich beendet. Die Stadt hat jetzt zugesagt, den Streifen auf jeden Fall in den nächsten Monaten aufzuräumen.

Quelle: RP
 
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