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Meerbusch
Stadionneubau: Büderich in Diskussion

Meerbusch: Stadionneubau: Büderich in Diskussion
Größere Zuschauermengen gewohnt: Das Stadion Am Eisenbrand beim U19 Cup. Hier ein Bild der Partie PSV Eindhoven gegen Borussia Dortmund. FOTO: jan
Meerbusch. Die Politik reagiert in Teilen zögerlich auf den Wunsch des TSV Meerbusch, ein neues Fußballstadion im Norden von Lank zu bauen. FDP und Grüne verweisen auf das Stadion am Eisenbrand - auch dort könne der TSV spielen. Von Sebastian Peters

Das Vorpreschen von Johannes Peters, Vorsitzender des neu gegründeten TSV Meerbusch, in Sachen Stadionneubau hat für Wirbel in der Meerbuscher Sportszene gesorgt. Wie unsere Redaktion in der vergangenen Woche berichtete, plant ein Infrastrukturteam des Fusionsvereins TSV Meerbusch den Bau eines regionalligatauglichen Stadions mit einer Tribüne für 500 Gäste unweit der jetzigen Platzanlage in Lank. Die Meerbuscher Politik zeigt sich bei der Frage eines Stadionneubaus gespalten: Einige Fraktionen plädieren für den Standort Am Eisenbrand in Büderich. Auch die Verwaltung reagiert zunächst zurückhaltend.

Michael Assenmacher, Technischer Dezernent der Stadtverwaltung, betont, dass eine Erweiterung der städtischen Theodor-Mostertz-Sportanlage in Lank noch "Zukunftsmusik" sei. "Wir betrachten das Vorhaben sehr zurückhaltend. Bislang ist nichts aktenkundig." Das Thema sei weder innerhalb der Verwaltung noch mit den Fraktionen besprochen worden.

Am positivsten äußert sich die CDU: Chancen für den Neubau in Lank sieht Werner Damblon, Fraktionschef der Christdemokraten. "Grundsätzlich finde ich es immer unterstützenswert, wenn jemand in die Zukunft seines Vereins investieren will und dabei auch durchaus ehrgeizige Ziele verfolgt. Durchgängig 500 Zuschauer ist so ein Ziel, da muss man heutzutage ja schon etwas für bieten", sagt Damblon. Das vom TSV Meerbusch ausgesuchte Gebiet nördlich des Tennisplatzes in Lank böte sich grundsätzlich für den Stadionneubau an, da dort der Bebauungsplan schon eine Erweiterung vorsieht. Damblon sieht "mehr Vor- als Nachteile". Im Hinblick auf Lärmbelastung, Verkehrsprobleme und Planungsrecht müsse zunächst sorgfältig geprüft werden, sagt Damblon. Andere Flächen als die in Lank kommen für ihn derzeit nicht in Betracht: "Gewerbegebiete, wo so etwas am einfachsten wäre, gibt es derzeit nicht. Das Stadion mitten in eine Grünfläche oder in ein Wohngebiet zu bauen, geht auch nicht. Wir haben in Meerbusch schon ein größeres Stadion, aber der Eisenbrand in Büderich liegt weit weg vom Einzugsgebiet des TSV."

Zurückhaltender reagieren die Meerbuscher Grünen auf die Pläne: "Eine neue Sportstätte oder eine flächenmäßige Erweiterung in Lank befürworten die Grünen nicht", sagt Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters. Er plädiert dafür, eher das Stadion Am Eisenbrand in Büderich zu ertüchtigen. Ein kompletter Neubau hätte für die Grünen eventuell eine Option vor dem Ausbau des Platzes in Strümp sein können. "Wir hatten dies auch, als die Diskussionen noch Wellen schlugen und die Ablehnung der Anlieger in Strümp groß war, thematisiert, aber da gab es kein erkennbares Interesse an einer Zusammenlegung von Vereinen", sagt Peters. Die Grünen sähen in absehbarer Zeit keine Notwendigkeit für ein größeres Stadion, da es in der jetzigen Liga kaum Risikospiele gibt und auch höhere Zuschauerzahlen nicht zu erwarten seien.

Die FDP zweifelt unterdessen an, dass der Verein mit den von Johannes Peters kalkulierten 500.000 Euro Ausbaukosten hinkommt. FDP-Fraktionschef Klaus Rettig betont, dass städtisches Geld nicht bereitgestellt werden dürfe. Auch die FDP verweist auf das Stadion Am Eisenbrand in Büderich - es sei "weitgehend regionalligatauglich", sagt Klaus Rettig. Dort gebe es eine überdachte Tribüne und Sitzplätze für mehr als 1000 Zuschauer. "Die verkehrliche Erschließung und die Parkplatzsituation sind dort optimal, was man bei den in Lank angedachten Standorten nicht erkennen kann." Rettig erinnert daran, dass das Stadion in Büderich rund um das Jahr 1965 errichtet wurde, als dem Verein TuRa Büderich der Aufstieg in die Bezirksklasse gelang. Als der Bauunternehmer Bernd Kalbass sich als Förderer zurückzog, sei es auch mit dem Büdericher Traditionsverein bergab gegangen. "Es ist zu befürchten, dass ein neues Stadion für den TSV Meerbusch nach dem Rückzug des jetzigen Hauptsponsors im Fußballbereich ein ähnliches Schicksal erleben wird", sagt Rettig.

Unterstützung kommt hingegen von den "Aktiven" in Meerbusch. "Wir finden es positiv, wenn sich Bürger in unserer Stadt ehrenamtlich und gemeinnützig engagieren - so wie es der TSV vorhat", sagt Wolfgang Müller als Stellvertretender Vorsitzender der Ratsfraktion. Da der TSV mit seinen 2500 Mitgliedern im Norden der Stadt beheimatet ist, sei es auch logisch, dass dort eine neue Anlage gebaut wird. "Wenn der TSV in das Stadion Am Eisenbrand umziehen würde, kämen beileibe nicht so viele Zuschauer wie es sich der TSV wünscht, außerdem müssten alle Zuschauer, welche aus dem Norden kämen, durch ganz Meerbusch fahren."

Quelle: RP
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