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Meerbusch
Stadt ändert Planung für Unterkunft

Meerbusch: Stadt ändert Planung für Unterkunft
Bauarbeiter errichten auf dem Schulhof der Barbara-Gerretz-Schule in Osterath Standflächen für eine Containeranlage. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Das Gebäude der Barbara-Gerretz-Schule wird — anders als zunächst erwartet — keine Notunterkunft im Auftrag des Landes. Die Stadt wird dort zugewiesene Flüchtlinge längerfristig unterbringen. Im Januar gibt's einen Info-Abend Von Martin Röse

Weil das Land Nordrhein-Westfalen die Zahl seiner eigenen Notunterkunftsplätze auf 40.000 erhöhen will, wird es künftig nur noch 20.000 Plätze in den Kommunen voll finanzieren. Anders als bisher erwartet, wird das Gebäude der Barbara-Gerretz-Schule in Osterath deshalb keine Notunterkunft im Auftrag des Landes. 210 Flüchtlinge sollten dort untergebracht werden. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU) kündigte in der jüngsten Ratssitzung an, dass das Schulgebäude zu einer regulären Unterkunft für Asylbewerber umgebaut werden soll. "Wir müssen deshalb unsere bauliche Planung überarbeiten", erklärte die Bürgermeisterin.

Hintergrund: In Notunterkünften bleiben Flüchtlinge häufig nur ein bis zwei Wochen, bevor sie auf Städte und Gemeinden verteilt werden. Als anerkannte Asylbewerber bleiben sie deutlich länger in ihrer Unterkunft. Die Stadt will deshalb eine höhere Aufenthaltsqualität in dem Schulgebäude sicherstellen - das aber geht zu Lasten der Kapazität.

"Wir werden deshalb eine Containeranlage mit 50 Plätzen parallel zur Turnhalle aufstellen", kündigte Mielke-Westerlage an. Die vorbereitenden Bauarbeiten starteten bereits. Die Standflächen werden in diesen Tagen vorbereitet. Ein Lanker Unternehmer hatte der Stadt eine gebrauchte Containeranlage zum Vorzugspreis von 222.000 Euro angeboten. Ende Februar soll der Umbau fertiggestellt sein; im kommenden Monat lädt die Stadt Bürger zu einem Informationsabend ein.

Die Mobilheime für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wurden geliefert, stehen jetzt am Mataré-Gymnasium. FOTO: U.D.

Mielke-Westerlage nannte im Rat aktuelle Zahlen. Die Zuweisungen sei zuletzt zurückgegangen. Die Notunterkunft in der Turnhalle des Büdericher Mataré-Gymnasiums (Kapazität: rund 200 Plätze) sei aktuell mit 21 Flüchtlingen belegt, die letzte Zuweisung erfolgte am 2. November. Das Land wird nur noch bis Februar die Kosten tragen. So könnte die Turnhalle nach einer Sanierung nach den Osterferien wieder für Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen. In den Turnhallen des Meerbusch-Gymnasiums leben zurzeit 277 Flüchtlinge. Das Land trägt die Kosten noch bis April.

Aktuell hat die Stadt Meerbusch eine Reserve von 134 Plätzen, 24 davon in Mobilheimen, in denen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Quelle: RP
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