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Meerbusch
Stadt prüft Freilegung des Nazi-Freskos

Meerbusch: Stadt prüft Freilegung des Nazi-Freskos
Die beiden Diplom-Restauratorinnen Esther Nickel (links) und Susanne Runkel bei der Prüfung des Freskos im Verwaltungsgebäude am Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich. FOTO: Martin Röse
Meerbusch. Die Stadt Meerbusch hat in den vergangenen Tagen Ausschnitte des so genannten Nazi-Freskos im Verwaltungsgebäude am Dr.-Franz-Schütz-Platz - dem früheren Heim der Büdericher Hitlerjugend - freilegen lassen. Es war in den 1950er Jahren überstrichen worden.

Mit einem Skalpell entfernte die Diplom-Restauratorin Susanne Runkel Farbschichten über dem Fresko, ihre Kollegin Esther Nickel kartografierte mit Hilfe eines Tablet-Computers den Ausschnitt, hielt Schäden fest und fertigte den Untersuchungsbericht.

"Die beiden Restauratorinnen haben im Auftrag der Stadt geprüft, ob, wie und mit welchem finanziellen Aufwand das Fresko unter den im Laufe der Jahre aufgetragenen Farbschichten freizulegen wäre", teilte Stadtsprecher Michael Gorgs auf Anfrage unserer Zeitung mit. Ein Ergebnisbericht dazu werde derzeit gefertigt. Er soll im nächsten Kulturausschuss am 29. April (17 Uhr, Verwaltungsgebäude am Dr.-Franz-Schütz-Platz) öffentlich vorgestellt werden.

Bei der Eröffnung des HJ-Heims im Jahr 1939 war auch ein Fresko von Büderich zu sehen. Unser Bild zeigt einen Ausschnitt. In den 50er Jahren wurde das Fresko übermalt. FOTO: Stadtarchiv

Noch ist unklar, wie mit dem früheren HJ-Heim und dem Nazi-Fresko umgegangen werden soll. Bereits vor vier Jahren hatte der Kulturausschuss die Stadtverwaltung aufgefordert, eine Gedenkplakette anzubringen; allerdings hatte der Denkmalschutz zunächst ein Gesamtkonzept gefordert. Ob das Fresko komplett freigelegt werden soll oder nur Teile - auch darüber gehen die Meinungen der Politiker auseinander.

(mrö)
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