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Meerbusch
Stadt will 7431 Tonnen CO2 einsparen

Meerbusch: Stadt will 7431 Tonnen CO2 einsparen
50 neue Solaranlagen sollen in Meerbusch installiert werden. Bei einem Haushalt mit einem Verbrauch von 2000 Kilowattstunden könnten 21 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. FOTO: Malz
Meerbusch. Der Rat entscheidet morgen, ob das Integrierte Klimaschutzkonzept fortgeführt wird. Heizungssanierung, Ausbau von Solarthermie und Informationen zum "Passivhaus" - ein Überblick über Projekte der nächsten zweieinhalb Jahre Von Maike Billen

Das 2012 beschlossene Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) soll weiter abgearbeitet werden. Das empfiehlt der Bau- und Umweltausschuss dem Rat einstimmig. Mit bereits priorisierten, aber noch nicht abgeschlossenen und neuen Maßnahmen ließen sich laut Verwaltung jährlich rund 7431 Tonnen CO2 einsparen. Weil die Stadt vor allem auf Öffentlichkeitsarbeit setzt, geht sie von zusätzlichen indirekten Einsparungen aus. Die neuen Maßnahmen sind im Handlungsfeld "Haushalte" gebündelt. Die Sektoren "Haushalte" und "Verkehr" sind mit je rund 40 Prozent die größten CO2-Emittenten in Meerbusch.

Kraft-Wärme-Kopplung Der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) soll vorangetrieben werden. In mehreren kommunalen Gebäuden wurden bereits Blockheizkraftwerke installiert. Der selbst gesteckte Meilenstein der Stadt ist, zehn Prozent der Mehrfamilienhäuser auf KWK umzustellen. Das geschätzte Einsparpotenzial liegt bei circa 1000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Heizungssanierung Damit sich die Bürger vom alten Heizkessel trennen, haben sich Stadt und Wirtschaftsbetriebe bereits das Contracting-Modell "mehrwärme" ausgedacht. Die WBM beraten, kümmern sich um Einbau sowie Betrieb der neuen Anlage und gewähren einen einmaligen Förderzuschuss von 600 Euro. Zehn Prozent der geschätzten 5000 Haushalte sollen von Öl- auf Gasheizung umgerüstet und rund 6400 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden, also ein Großteil des gesamten Einsparzieles.

Passivhaus Ein Aktionstag zum "Passivhaus" ist vorgesehen. Passivhäuser sind Gebäude, die vor allem wegen der guten Wärmedämmung wenig Energie verbrauchen und den Wärmebedarf "passiv" aus Quellen wie Sonneneinstrahlung decken.

Solarthermie Ende 2013 hat die Stadt das Solarpotenzialkataster im Internet eingerichtet. So erfahren Meerbuscher, ob das eigene Hausdach für Solarthermie oder Photovoltaik geeignet ist und ab wann sich eine Anlage rentiert. 50 neue Anlagen sollen installiert werden. Bei einem Haushalt mit einem Verbrauch von 2000 Kilowattstunden könnten 21 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Pumpenaustausch Die Stadt verweist auf verschiedene Fördermöglichkeiten zum Austausch alter Heizungspumpen durch Hocheffizienzpumpen und führt Informationsveranstaltungen durch. 25 Prozent alter Pumpen sollen zukünftig ausgetauscht werden. Damit ließen sich pro Haushalt und Jahr circa 220 Kilogramm CO2 einsparen.

Geothermie Im Klimaschutzbericht 2013/2014 wird Meerbusch als effizienter Standort für Erdwärme beschrieben. In der Nähe zum Rhein dürfte der Boden besonders porös sein, was die Wärmeleitfähigkeit erhöhe. Über das Für und Wider von Geothermie soll stärker informiert werden. Mindestens 50 neue Anlagen sollen installiert werden. So ließen sich circa zehn Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

SolarLokal Meerbusch möchte an der bundesweiten Kampagne "SolarLokal" teilnehmen. Diese hat zum Ziel, in Kreisen, Städten und Gemeinden den Anteil des Solarstroms an der Energieversorgung zu erhöhen. Getragen wird die Kampagne von der Deutschen Umwelthilfe und dem deutschen Konzern SolarWorld.

Sanierung Zur energetischen Gebäudesanierung soll ein Förderprogramm entwickelt werden. Eine Kampagne zur Altbausanierung ist vorgesehen.

Gebäude-Check Die Stadt möchte auf das Beratungsangebot "Gebäude-Check" der EnergieAgentur.NRW zurückgreifen. Von der Agentur ausgebildete Handwerker checken für 77 Euro Gebäude, die vor 1980 gebaut wurden und nicht mehr als sechs Wohneinheiten haben, auf energierelevante Daten hin. NRW bezuschusst das mit 52 Euro.

Wasser-Wärme-Woche Die erste "Meerbuscher Wasser-Wärme-Woche" war im März. Experten referierten über moderne Heizungsanlagen oder darüber, wie man Wasser einspart. Eine zweite Auflage ist geplant.

Erfolgsbeispiele Kommunale Gebäude werden als "Best-Practices" vorgestellt. Also solche Gebäude, die in Bezug auf Energieeinsparung vorbildlich sind.

Quelle: RP
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