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Meerbusch
Stadt will Büdericher Ortskern entwickeln

Meerbusch: Stadt will Büdericher Ortskern entwickeln
Betonwüste mitten in Büderichs Ortskern: Die Stadt denkt darüber nach, wie die Kreuzung Dorfstraße/ Düsseldorfer Straße umgestaltet werden kann. Ob ein Kreisverkehr möglich ist, ist aber noch völlig offen. FOTO: Falk Janning
Meerbusch. Der Dr. Franz-Schütz-Platz soll gestaltet werden, die Kreuzung Dorfstraße/Düsseldorfer Straße entwickelt werden. Auch ein Mehrgenerationenspielplatz könnte entstehen. Dies sind Vorschläge für die Neugestaltung Büderichs. Von Sebastian Peters

Die Meerbuscher Stadtverwaltung will auf Basis des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) den Ortskern von Büderich entwickeln. Michael Assenmacher als Technischer Dezernent und Kirsten Steffens als Stadtplanerin haben im Gespräch mit unserer Redaktion einige Ideen formuliert. Eines der Ziele, so Assenmacher, solle die Steigerung der Aufenthaltsqualität auf dem Dr. Franz-Schütz-Platz in Büderich sein - gegebenenfalls unter Einbeziehung des Hallenbadparks. Auch die Kreuzung Dorfstraße/Düsseldorfer Straße werde ins Visier genommen.

Bisher sind es nur erste vage Gedanken, die die beiden formulieren - beschlossen ist nichts. Assenmacher und Steffens wollen Politik und Bürger mitnehmen: Ein Mehr-Generationen-Spielplatz für Büderich wäre denkbar, ein Kreisverkehr anstelle der Kreuzung Düsseldorfer Straße/Dorfstraße könnte Attraktivität bringen. Die Dorfstraße mit der Gastronomieszene könnte entwickelt werden. "Wichtig ist, dass wir Projektfelder mit der Politik identifizieren und das künftige Vorgehen in der Stadtplanung festlegen", sagt Assenmacher.

Seit dem Frühjahr 2015 wird in Meerbusch an einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept gearbeitet. Ziel des Konzeptes "Meerbusch 2030" ist es, auf der Basis von Analysen zur Bevölkerungsentwicklung und zur Bautätigkeit eine nachhaltige Stadtentwicklung festzulegen. Eine Zahl verdeutlicht den Handlungsdruck: Würde die Bautätigkeit in Meerbusch bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts auf dem Niveau der letzten fünf Jahre weiterentwickelt - im Durchschnitt sind jährlich 58 neue Wohneinheiten fertiggestellt worden -, so würde Meerbuschs Bevölkerungszahl auf bisherigem Niveau stagnieren. Der Anteil der älteren Bevölkerung würde steigen, junge Familien hätten kaum die Chance auf eine Wohnung in Meerbusch. Hier sieht auch Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage Handlungsbedarf.

Die Erstellung des ISEKs erfolgte unter einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung. Nach einer Auftaktveranstaltung im Juni 2015, in der Inhalt und Ziele des Projektes vorgestellt wurden, hatten die Bürger die Möglichkeit, Rückmeldungen zu geben, was sie an Meerbusch stört, wo sie Verbesserungspotenziale sehen und wie sie sich die weitere Entwicklung vorstellen. Diese Anregungen wurden auf einer großen Karte ("Wikimap") digitalisiert und für den weiteren Prozess ausgewertet. Die meisten Anregungen habe es zum Thema Verkehr gegeben, auch in Büderich, sagt Assenmacher. "Am Ende des Prozesses soll keine Hochglanzbroschüre mit theoretischen Handlungsoptionen stehen, sondern konkrete Konzepte, wo und in welcher zeitlichen Reihenfolge wir für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen Wohnraum schaffen wollen." Dazu werde das Konzept Klarheit darüber schaffen, welche Auswirkungen neue Wohngebiete auf die bestehende Infrastruktur und den Einzelhandel haben. Auch erhoffe man sich klare Erkenntnisse, wo und wie der Freiraum entwickelt werden soll, wie die Stadtteilzentren und die Nahmobilität gestärkt werden können.

Für Büderich und Osterath sehen Michael Assenmacher und Stadtplanerin Kirsten Steffens am meisten Potenzial. "Das heißt aber nicht, dass in den anderen Ortsteilen nichts gemacht wird", sagt Kirsten Steffens. Es solle kein Stadtteildenken geben, sondern das generelle Interesse für Stadtentwicklung geweckt werden.

Leitfrage sei, wie der öffentliche Raum gestaltet werden kann: "Wie bekommt man mehr Qualität in die Ortskerne?", fragt Assenmacher. Die wichtigste Konsequenz aus dem Konzept ist für ihn klar: Neue Flächen für Wohnbebauung sollen besonders an der Schiene entwickelt werden, damit die Verkehrsbelastung nicht noch weiter steigt. Das wolle auch das Ministerium. Meerbusch brauche aber auch Grünflächen und Aufenthaltsbereiche.

Das ISEK sei Voraussetzung dafür, dass für Projekte Bundesmittel fließen, sagt Assenmacher. "Es gibt bis zu 50 Prozent Förderung. Das sollte uns ein Ansporn sein."

Quelle: RP
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