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Gespräch
Aus dem Leben von Sonja Mataré

Meerbusch. Die Ankündigung, dass Sonja Mataré im "Freitagabendgespräch" über ihr Leben berichten würde, sorgte für ein ausgebuchtes Café "Leib und Seele".

Ute Canaris und Inge Sternemann als Interviewpartnerinnen gelang es schnell, mit der 91-jährigen Tochter des Künstlers Ewald Mataré (1887-1965) ein zwangloses Gespräch zu führen. So erfuhren die Zuhörer, dass die damals Sechsjährige 1932 nach dem Umzug der Familie von Berlin in die Poststraße nach Büderich von den Kindern auf der Straße ausgelacht und als "Buchse jries" beschimpft wurde: "Meine Mutter hatte mir eine graue Hose genäht. Büderich war ja damals ein Dorf mit Handwerkern und kleinen Geschäften, die Menschen kannten nur ihre kleine Welt." Lebhaft schildert Sonja Mataré die Zeit in der Volksschule (heute Mauritiusschule) und im Ceciliengymnasium Oberkassel: "Mein Vater meldete mich dort nach der Obertertia ab - ich sollte das Goldschmiedehandwerk lernen." Das geschah in Krefeld und am Chiemsee. Später, im neuen Zuhause an der Dückerstraße, hatte sie eine eigene Werkstatt. Dort gingen auch die Kunststudenten ihres Vaters und vor allem Josef Beuys aus und ein. "Jupp und ich tauschten uns aus. Wir waren Freunde, das war eine sehr reiche Zeit", erinnert sich Sonja Mataré. Mit Beuys kümmerte sie sich um den Garten: "Jupp brachte unterschiedliche Samen mit." Als 1965 der Vater starb, verwalteten die Mataré-Frauen sein künstlerisches Erbe. "Es ist mein Beruf, mich um sein Werk zu kümmern."

(mgö)
 
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