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Kunstprojekt
Models zeigen das "Dolce Vita" in Meerbusch

Meerbusch. In ihrem knallroten, weit ausgeschnittenen und eng anliegenden Kleid, das Glas Rotwein dekorativ in der Hand, sieht Anna Scheyko ziemlich schick aus.

Auch wenn es um diese Uhrzeit noch ziemlich kühl ist, hat sie Spaß daran, an diesem Vormittag in frischer Luft als Model für ein Foto-Shooting zu posieren. Schauplatz dieser Aktion ist die Terrasse des Restaurants am Golfpark. Der Anlass: Die Künstlerin Ekaterina Moré, die schon einige Jahre in Strümp lebt, bereitet ihr neues Kunst-Projekt "La Dolce Vita in Meerbusch" vor.

Dafür macht sie in den nächsten Wochen und Monaten Fotos von unterschiedlichen Models in unterschiedlichen Lokalen. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderin Heike Reiß ist sie auf Suche nach entsprechenden Restaurants gegangen. Auftakt war jetzt im Golfpark, Fortsetzung wird im Restaurant Anthonys, im Café Aroma oder im Winelive sein. Am Ende soll in ganz vielen Lokalen der Stadt fotografiert worden sein, damit Ekaterina Moré eine große Auswahl an Motiven hat. Auf Basis ihrer Fotos entstehen dann ihre Bilder - Acryl auf Leinwand, meistens 1,40 x 1 Meter groß. Und genau die - rund 15 sind geplant - werden ab Januar 2017 in der Teloy-Mühle in Lank-Latum ausgestellt. "Dann sind natürlich auch alle Gastronomen, bei denen wir fotografiert haben, mit eingeladen", so Heike Reiß.

Bei der Auswahl ihrer Models ist Moré ziemlich festgelegt: "Ich male nur Frauen", sagt die gebürtige Russin, die im Alter von 18 Jahren in St. Petersburg ihren späteren Mann Kai Hildebrandt kennengelernt hat. Beide leben seit mehr als 20 Jahren in Deutschland, zuerst in Hamburg, dann in Neuss, seit fünf Jahren in Meerbusch. Ihre gemeinsame Tochter Nina ist ebenso wie der Ehemann beim Fotoshooting dabei, er fotografiert ein bisschen die Szenerie mit, Nina dreht das passende Video vom Shooting. Seit 15 Jahren arbeitet Moré als professionelle Künstlerin, verkauft ihre großformatigen Bilder auch bei Ausstellungen in der ganzen Welt.

Und diese Frauen, die sie auswählt ("Ich suche grade noch ein paar interessante Gesichter"), setzt sie in die Lokale, in ein gastronomisch-kulinarisches Ambiente. "Das ist dann das Dolce Vita von Meerbusch", beschreibt sie ihre Konzeption. Dabei ist es auch Sympathie zu ihrer neuen Wahlheimat, die Grundlage für das Projekt ist. Sie gibt zu, nie mehr aus Meerbusch wegziehen zu wollen. "Die Menschen hier sind so offen und kommunikativ, man kommt schnell in Kontakt mit ihnen."

Die Künstlerin, die bislang ausschließlich gemalt hat, will sich immer mehr auf Fotografie konzentrieren. Das Meerbusch-Projekt ist eine Kombination aus Foto und Bild. Die Fotografien bleiben Bestandteil der Ausstellung, werden eventuell in den beteiligten Lokalen gezeigt, die Bilder gehen dann aber auch auf Reise in andere Städte.

Jetzt wird erst einmal fotografiert, dann entstehen daraus erst Skizzen, ab September die Acrylbilder. Wie lange sie für ein Bild braucht? "Das kann ich gar nicht sagen, ich male oft an zehn bis 20 Bildern gleichzeitig - und dann passiert es auch, dass die Bilder miteinander in einen Dialog treten." Anke Kronemeyer

Quelle: RP
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