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Meerbusch
Startschuss für Deichsanierung

Meerbusch: Startschuss für Deichsanierung
Auf 800 Meter Länge kann der Deich nicht verbreitert werden – statt dessen werden stählerne Spundwände in die Erde gerammt. FOTO: BORIS Schmidt
Meerbusch. Mit dem Einrammen von stählernen Spundwand-Elementen hat gestern die 17 Millionen Euro teure Sanierung von 2,8 Kilometern Büdericher Deich zwischen Stadtgrenze und Modellflugplatz offiziell begonnen. Von Jan Popp-Sewing

Der Deichkörper vibriert. Zentimeterweise treibt eine fast 13 Meter hohe Ramme ein stählernes Spundwandelement in den Boden. Das geräuschvolle Einrammen der 12,25 Meter langen "Diele" markierte gestern den offiziellen Start der Deicharbeiten im südlichen Büderich. Saniert wird ein 2,8 Kilometer langer Abschnitt des Deichs zwischen der Grenze Meerbusch/Lörick und dem Modellflugplatz. 80 Prozent der Kosten von 17 Millionen Euro übernimmt das Land NRW. Die Arbeiten im Auftrag der Neuen Deichschau Heerdt sollen Ende 2013 abgeschlossen werden.

"Was lange währt, wird endlich gut", so das Fazit von Udo Paschedag, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium. Er unterstrich, dass durch den Deich "materielle Werte in erheblichem Umfang geschützt werden". Als positiv stellte der Staatssekretär heraus, dass der Erwerb der für die Verbreiterung des Deichs nötigen Flächen von 145 Grundstückseigentümern innerhalb von sechs Monaten "ohne Streit" über die Bühne gegangen sei.

Bürgermeister Dieter Spindler erinnerte daran, dass die Deichsanierung 2002 mit den Arbeiten am Abschnitt zwischen Modellflugplatz und Langst-Kierst begonnen hatten. Nach Abschluss der nun anlaufenden Arbeiten sei der gesamte Meerbuscher Rheindeich saniert. Die Bürger könnten sich neben dem besseren Hochschwasserschutz auch über eine Aufwertung ihrer Rheinfront freuen. Über weite Strecken soll ein Radweg auf der Deichkrone entlangführen.

Großes Interesse hat auch die Landeshauptstadt an den Deicharbeiten, denn der Damm schützt einen niedrig gelegenen Bereich, der sich neben großen Teilen von Büderich auch über das gesamte linksrheinische Düsseldorf bis in den Norden von Neuss erstreckt, wie Deichgräf Dr. Claus Henning Rolfs erläutert.

Saniert wird auf zwei unterschiedliche Arten: Auf zwei Kilometern wird der Damm komplett neu als so genannter Drei-Zonen-Deich gebaut. Das Material des alten Deichs (115 000 Kubikmeter) wird abgebaggert und neu aufgebracht. Hinzu kommen noch 90 000 Kubikmeter wasserundurchlässiger Lehm für die Rheinseite des Bauwerks und 25 000 Kubikmeter Kies und Sand für die Landseite. Der Hochwasserschutz wird dazu um etwa 20 Meter verbreitert und um 50 Zentimeter erhöht. Vorarbeiten hatten bereits im August begonnen.

In Höhe Niederlörick/Mönchenwerth ist für einen landseitig verbreiterten Damm schlicht kein Platz. Daher bleibt der alte Hochwasserschutz dort auf etwa 800 Metern erhalten. Er wird allerdings durch die Spundwand um 1,30 Meter erhöht, deren erster Abschnitt gestern eingerammt wurde. Diese Wand ragt gut elf Meter tief in Deich und Erdreich hinein. Die Arbeiten sollen bis zum Beginn der Hochwassersaison am 1. November abgeschlossen sein. Der sichtbare Teil der Stahlwand soll verklinkert werden. Von der Deichkrone aus kann man darüber hinwegschauen.

Quelle: RP
 
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