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Das Wochenende
Stickerei trifft Treibholz

Das Wochenende: Stickerei trifft Treibholz
Künstlerin Henriette Ingerfurth präsentiert unter dem Titel "Strom der Zeit" Kreuze, die aus Treibholz entstanden sind. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Am Samstag wird im Alten Küsterhaus eine Ausstellung eröffnet, die prachtvolle Gewänder und selbst gemachte Kreuze zeigt

Das älteste liturgische Gewand ist 235 Jahre alt - Die sogenannte Kasel wurde um 1780 in Frankreich angefertigt und jetzt mit 20 anderen Kichen-Textilien der Pfarrei St. Mauritius und Heilig Geist aus dem Schrank hervorgeholt. "Mindestens acht dieser Stücke müssen restauriert werden", sagt Inge Sternemann. Sie hofft, dass sich Sponsoren finden, die zur Restaurierung beitragen: "Das Erzbistum Köln übernimmt 70 Prozent des finanziellen Aufwands. Jetzt gilt es, die ungedeckten Restaurierungskosten aufzubringen." Als Leiterin des "Alten Küsterhaus"-Programms initiierte und gestaltete sie - unterstützt von Lilli Bremes - die Ausstellung "Schätze aus der Sakristei begegnen Fundstücken aus dem Rhein".

Bis einschließlich Sonntag, 8. November, werden die prachtvollen Gewänder aus vergangenen Zeiten zusammen mit schlichteren, moderneren Stücken - wie dem Primizgewand des Pastors Michael Berning - im Alten Küsterhaus zu sehen sein. Die Textilien hängen dabei auf speziellen Ständern: Leihgaben des Theatermuseums Düsseldorf und des Kramer-Museums Kempen. Die Präsentation der Textilien wird von Sakramentsstolen, einem Baldachin und einem Velum (Schultertuch) abgerundet. Außerdem werden mehr als 150 Kreuze ausgestellt, die aus Rhein-Treibholz entstanden sind. "Der Rhein zwischen Heerdt und Lank hat eine besondere Aura", findet Künstlerin Henriette Ingerfurth. Sie weiß genau, wann am Flussufer angeschwemmtes Holz zu finden ist. Nach Hochwasser-Ständen wird sie auch auf der anderen Rheinseite fündig: "Dann hilft mir Hajo Schäfer auf seiner Fähre beim Transport", berichtet sie. Die Fundstücke werden zum Kreuz geformt und mit Acryllack bestrichen. Auch das Material für die Details findet Ingerfurth am Ufer: "Dosenböden, Kronkorken oder Autokennzeichen." Auf den Kreuzen verarbeitet tragen sie zur "Auferstehung" bei. Das entspricht dem Anliegen der Künstlerin: "Würde das Holz seine Ursprünglichkeit behalten, wäre es ein Zeichen von Hoffnungslosigkeit."

Die Vernissage findet am Samstag, 17. Oktober, um 15 Uhr statt. Danach gelten folgende Öffnungszeiten: samstags von 15 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 15 Uhr.

(mgö)
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