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Meerbusch
Störche machen Rast in Ilverich

Meerbusch: Störche machen Rast in Ilverich
Die Störche in der Ilvericher Altrhein-Schlinge: RP-Leser Thomas Nachtigal hat diese Aufnahmen aus etwa 400 Meter Entfernung gemacht. Er ist extra so weit von den Störchen entfernt geblieben, um sie bei ihrer Rast in Ilverich nicht zu stören. FOTO: Thomas Nachtigal
Meerbusch. In der Ilvericher Altrheinschlinge ist ein Storchentrio gesichtet worden. Dass gleich drei Vögel auf einmal in Meerbusch gesichtet werden, kommt selten vor. Der Naturschutzbund will Nistplätze für die Tiere bauen. Von Felicitas Gleumes

Wenn nach vielen regnerischen Tagen der Rhein Hochwasser führt und Feuchtwiesen entstehen, fühlen sie sich wohl: die Störche. In den letzten Tagen wurden in der Ilvericher Altrhein-Schlinge drei Störche gesichtet, vermutlich Exemplare der Storchenart Weißstorch.

Doch sie brüten nicht in der Altrhein-Schlinge, sondern sind nur auf der Durchreise. Die Störche ziehen von Europa auf den afrikanischen Kontinent. Bis zu ihrem Ziel führen zwei Flugrouten: zum einen die westliche Route über Gibraltar und zum anderen die östliche Route über Israel. Damit Störche in Meerbusch auch nisten und nicht nur die Region überfliegen, will der Naturschutzbund Meerbusch (Nabu) ein Nistrad für die Störche im Bereich von Ilverich aufstellen. Ein solches Nistrad besteht aus einem Pfahl, an dessen oberen Ende ein Rad befestigt ist, auf dem die Störche sicher sitzen und nisten können. Der Standort für dieses geplante Nistrad soll hinter der Düsseldorfer Kläranlage sein. Bisher fehlt dem ehrenamtlichen Verein jedoch die Zeit, dass Projekt zu realisieren.

Die Altrhein-Schlinge befindet sich im Stadtteil Ilverich und grenzt unter anderem im Südwesten an das Grundstück des ehemaligen Klosters Meer, im Nordwesten an den Stadtteil Strümp und im Osten an den Rhein. Wenn der Rhein Hochwasser führt, werden die Wiesen dieses Gebietes überschwemmt, Feuchtwiesen entstehen.

Auf diesen Wiesen finden sich unter anderem Kröten, Frösche, kleine Schlangen und andere Nahrung für Störche, das Angebot ist dann also groß für Familie Adebar. Auch Fischreiher werden in Meerbusch häufiger gesichtet, zum Beispiel an der Mündung des Stingesbachs. Wenn die Wiesen um den Brockhof weiterhin Überschwemmungsgebiet für das Hochwasser im Rhein bleiben, können Störche in diesem Gebiet öfter gesichtet werden, weil dann das Nahrungsangebot für Störche durch die Feuchtwiesen groß ist. Im März 2011 sind in Bösinghoven zum ersten Mal nach 25 Jahren Störche gesehen worden. Im August desselben Jahres haben Störche in Nierst auf ihrer Durchreise eine Rast eingelegt. Anhand dieser Daten können Experten feststellen, dass Störche im Meerbuscher Gebiet selten zu beobachten sind - auch, weil Feuchtbiotope wie die Ilvericher Altrhein-Schlinge in Meerbusch selten sind. Ein Grund dafür: die Entwässerung, erklärt Julian Bähr vom Nabu.

Damit die Landwirte mit ihren Treckern beim Mähen der Wiesen nicht in den Feuchtwiesen stecken bleiben, werden die Schleusen an den Feuchtwiesen geöffnet und die Wiesen entwässert. Durch die Entwässerung siedeln sich dann dort keine Frösche, Kröten oder kleine Schlangen an: Die Störche können auf den trockengelegten Wiesen keine Nahrung mehr finden.

Michael Gorgs, Pressereferent der Stadt Meerbusch, bezeichnet die Altrhein-Schlinge als wichtiges Rückzugsgebiet für Fauna und Flora. Für die Stadt Meerbusch sei es wichtig, Landschafts- und Naturschutzgebiete zu erhalten und streng zu schützen.

Quelle: RP
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