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Meerbusch
Streit um geteiltes Tanzparkett

Meerbusch: Streit um geteiltes Tanzparkett
Vorsitzender Dieter Lass und Jugendwartin Cornelia Welling hätten gerne den alten Trainingszustand in der Schul-Aula zurück. FOTO: Christian Albustin
Meerbusch. Der Tanzclub Meerbusch ärgert sich darüber, wie seine Trainingsstätte von anderen behandelt wird. Verhärtete Fronten prägen die Diskussion, Schulleiterin Anne Weddeling-Wolff gibt sich versöhnlich. Von Christian Albustin

Dunkle unsicherere Wege zur Toilette, Kinder, die tagsüber das Tanzparkett verschmutzen, Gruppen, die die Aula belegen: Der Tanzclub Meerbusch (TCM) ist sauer. Jetzt haben die Mitglieder ihrem Ärger über die nach ihrer Meinung unfaire Behandlung Luft gemacht - und genau darauf gibt es viele Reaktionen. Vorsitzender Dieter Lass: "Immer müssen wir zurückstecken."

Der Hintergrund: Der TCM konnte die kleine Aula der Martinus-Schule bis 2014 für sich alleine nutzen. Seit dem Umbau der Raphael-Schule zur Kita müssen die Mitglieder des TCM ihre Tanzfläche regelmäßig mit anderen Nutzern teilen. Die Martinus-Schule belegt den Raum von 8 bis 16 Uhr, die Volkshochschule und der SSV-Strümp an zwei Tagen der Woche auch abends. Früher konnte der TCM die Toiletten der Kita nebenan mit benutzen. Nachdem die Kita sich über grobe Verunreinigungen in den Räumen beschwerte, wurde auch dieser Zugang gesperrt. Seitdem müssen die Tänzer bei Wind und Wetter über den Schulhof.

Die Mitglieder des Tanzclubs Meerbusch um ihren Vorsitzenden Dieter Lass (2 v.l.) sorgen sich um ihre Tanzfläche. Sie klagen über schlechte Absprachen, ausgefallenes Training und verschmutztes Parkett. FOTO: chal

Jetzt meldet sich der OBV auf die Beschwerden. Der Osterather Betreuungsverein mietet die Gebäude der Martinusschule bei der Stadt und betreut somit auch die Aula. Vorsitzender Jürgen Eimer erinnert sich an die Sache mit den Toiletten: "Der Vorschlag kam von Herrn Lass, den Zugang zur Kita zu sperren, um den Verdacht der Verunreinigung vom Tanzclub zu nehmen." Dieter Lass, erster Vorsitzender des TCM, widerspricht dem vehement: "Von mir ist dieser Vorschlag nie und nimmer gekommen!" Der TCM sei damals vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Den Zugang zur Kita zu sperren, das sei von Claus Klein ausgegangen, Leiter des Bereichs Service Immobilien der Stadt. Lass habe interveniert und betont nach wie vor, es sei vollkommen abwegig, dass Mitglieder die Räume der Kita beschmutzt hätten. Unabhängig davon, erklärt Eimer, sei es mehrfach zu Einbrüchen gekommen. Deshalb werde demnächst eine Alarmanlage eingebaut, "Dann ist ohnehin kein anderer Zugang mehr möglich." Den Mitgliedern des TCM sind darüber hinaus vor allem kurzfristige Änderungen der Raumvergabe ein Dorn im Auge. "Wir zahlen 48 Prozent der Raummiete", empört sich Lass. Trotzdem müsste immer wieder Training ausfallen.

Die Schulleiterin der Martinusschule, Anne Weddeling-Wolff, versteht die Verärgerung und steht zu ihrer Verantwortung. "Der TCM hat sich über viele Jahre in die Instandhaltung der Aula eingebracht", vergangene Missverständnisse bedauere sie. Sie fordert aber auch Verständnis für die 300 Kinder, die den Nachmittagsunterricht besuchen. "Ich bin immer bemüht, Raumvergaben rechtzeitig weiterzugeben." Wenn möglich, versuche man in andere Räume auszuweichen, aber etwa im Fall der 90 neu eingeschulten Kinder brauche man einfach einen großen Raum. Sie begrüßt grundsätzlich das Vorgehen der Stadt, Räume mehrfach zu nutzen. Sie sei aber bemüht, die Nutzung zu TCM-Zeiten nach Möglichkeit zu beschränken. "Mein Hauptanliegen ist eine gute Zusammenarbeit."

Quelle: RP
 
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