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Meerbusch
Strümp: Heimbewohner können bleiben

Meerbusch: Strümp: Heimbewohner können bleiben
FOTO: Endermann
Meerbusch. Die Heimaufsicht hatte der Marseille-Kliniken AG den Betrieb wegen schwerer Pflegemängel untersagt. Ab Dezember wird nun die Firma Meridias sowohl das Medina-Heim als auch den Senioren-Wohnpark Strümp betreiben. Von Martin Röse

Der Rhein-Kreis Neuss hat am Donnerstag der Firma Meridias die Betriebsgenehmigung für die beiden wegen schwerer Pflegemängel in die Kritik geratenen Strümper Seniorenheime übergeben. Vom 1. Dezember an wird der neue Betreiber für die beiden Einrichtungen verantwortlich sein. Ein Umzug der zurzeit 83 Bewohner ist damit nicht nötig. Dem bisherigen Betreiber, der Marseille-Kliniken AG, hatte die Heimaufsicht des Kreises den Betrieb zum 1. Dezember untersagt. "Den Bewohnern, ihren Angehörigen und auch mir sind viele Steine vom Herzen gefallen", erklärte Kreissozialdezernent Jürgen Steinmetz gestern bei einer Pressekonferenz. "Wir haben uns das Bochumer Heim des Betreibers angeschaut, das aus einer ähnlichen Situation von Meridias in ruhiges Fahrwasser geführt wurde."

Nicolas Starck wird neuer Geschäftsführer der beiden Strümper Häuser, die künftig unter "Rheinstadtpflegehaus Meerbusch" firmieren. Der 39-jährige Sozialpädagoge, seit vergangenem Jahr bei Meridias, kündigte gestern eine Personalaufstockung an: "Wir wollen rund zehn zusätzliche Fachkräfte einstellen." Zudem soll auch das bisherige Personal übernommen werden; wenn es Interesse hat. Angaben zur aktuellen Personalsituation machte das Unternehmen gestern nicht. "Zeit- und Leiharbeitskräfte sollen nicht in den Meerbuscher Heimen arbeiten", betonte Starck. So lange nicht ausreichendes und qualifiziertes Personal vorhanden ist, kann sich Meridias zur Überbrückung aus dem Mitarbeiterpool der Marseille-Kliniken AG bedienen. Deren Geschäftsführer Dieter Wopen erklärte gestern: "Wir haben deutschlandweit 63 Heime; in keiner anderen Einrichtung ist ähnliches wie in Meerbusch passiert. Was passiert ist, bedauern wir." Die Marseille-Kliniken haben mittlerweile ihre Klage gegen den Rhein-Kreis wegen des Entzugs der Betriebserlaubnis zurückgezogen.

Die Heimaufsicht stellt dem neuen Betreiber in den ersten Monaten ein Expertenteam aus Pflegewissenschaftlern und Medizinern an die Seite, um die Pflegequalität in den Heimen zügig zu verbessern. Der bereits Ende vergangenen Jahres ausgesprochene Aufnahmestopp wurde aufgehoben. Starck: "Wir werden aber erst neue Bewohner aufnehmen, wenn wir unsere Hausaufgaben gemacht haben."

Nicht durchsetzen konnte sich die Marseille-Kliniken AG mit ihrem Vorschlag, dass eine Tochterfirma der Medigreif-Gruppe das Medina übernimmt. Steinmetz: "Es gibt personelle Verflechtungen zwischen der Medigreif-Gruppe und der Marseille-Kliniken AG. Wir wollten aber einen echten Neuanfang."
 

(cwo)
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