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Meerbusch
Südanbindung: Grüne in Krefeld und Meerbusch für "Nulllösung"

Meerbusch. Überraschende Positionierung der Krefelder Grünen: "Krefeld muss Verkehrsprobleme in Krefeld lösen."

Die Grünen in Krefeld und Meerbusch haben sich gestern in einer gemeinsamen Pressemitteilung gegen die Erschließung des Krefelder Hafens über eine Südanbindung ausgesprochen. Die Grünen sperren sich gegen eine Erschließung sowohl über Meerbuscher als auch über Krefelder Stadtgebiet. Die Krefelder Grünen schließen sich überraschend sogar einer parteiübergreifenden Meerbuscher Position an: "Natürlich gehen wir davon aus, dass Krefelder Verkehrsprobleme vorrangig auf Krefelder Gebiet gelöst werden müssen."

In Krefeld liegt im Süden das direkt an Meerbusch angrenzende Naturschutzgebiet Latumer Bruch: "Völlig unstrittig ist, dass die Südanbindung mit Querung des Naturschutzgebiets Latumer Bruch nicht die Lösung für die Erschließung des Hafens sein darf", sagt die Fraktionsvorsitzende der Krefelder Grünen, Heidi Matthias. Stattdessen müsse die baldige Umsetzung der geplanten Nordanbindung "mit Volldampf" erfolgen und größeres Augenmerk auf den Schienen- und Schiffsverkehr gelegt werden.

Seit Wochen wird die im Regionalrat forcierte Südanbindung des Krefelder Hafens durch das Meerbuscher Naturschutzgebiet Buersbach zur Autobahn 57 diskutiert. In dem Kommunen-übergreifenden Gremium auf Ebene der Bezirksregierung Düsseldorf soll in Kürze entschieden werden, ob die Südanbindung in den Regionalplan übernommen wird, also irgendwann tatsächlich realisiert werden kann. Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises und Vorsitzender des Regionalrats, spricht sich dafür aus, einen "Suchraum" auf Krefelder und Meerbuscher Stadtgebiet zu definieren, in dem die Straße liegen sollte. Der Lanker Ratsherr Franz-Josef Jürgens (CDU) kritisiert diesen Vorschlag seines Parteikollegen. Er merkt an, dass damit der Meerbuscher Ratsbeschluss, dass die Südanbindung auf keinen Fall durch Meerbusch führen soll, aufgehoben werden könnte. Die Meerbuscher Politik müsse nun ihre Kontakte nutzen.

In wenigen Tagen schon soll es ein Treffen aller Fraktionschefs von Meerbusch und Krefeld geben, bei dem neben der Südanbindung auch das geplante Interkommunale Gewerbegebiet zur Sprache gebracht werden soll. Auch gegen dieses Gewerbegebiet positionieren sich die Grünen. "Dieses verkehrstechnisch, noch dazu mit einem vorsintflutlichen, ausschließlich auf LKW-Verkehr und neue Straßen setzenden Konzept ausschließlich über Krefelder Gebiet anbinden zu wollen, funktioniert natürlich auch nicht", sagt Heidi Matthias. Überdimensioniert sei die Planung, sie versiegele zu viel Fläche, störe den regionalen Grünzug. "Daneben sind Schleichverkehre durch Meerbusch zu befürchten, nicht nur wenn die Autobahnen überlastet sind".

Es müsse am Ende ein deutlich kleineres Gewerbegebiet sein, sagen die Meerbuscher und Krefelder Grünen - und dies ohne Logistik. "Im Übrigen muss viel intensiver auf die Revitalisierung von Brachflächen gesetzt werden."

(sep)
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