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Meerbusch
Südanbindung - Initiative enttäuscht

Meerbusch. Die Erschließung des Krefelder Hafens stand auf der Tagesordnung des Regionalrats. Das Ergebnis wird verschieden interpretiert.

Der Regionalrat hat gestern nach monatelangen Verhandlungen für die Offenlage des Regionalplans gestimmt. Die Südanbindung des Krefelder Hafens über Meerbuscher Stadtgebiet ist darin zeichnerisch nicht notiert, wohl aber gibt es textliche Andeutungen. Was dies für die in Meerbusch gefürchtete Straße bedeutet, wird in Krefeld und Meerbusch verschieden interpretiert. Während die Krefelder Regionalratsmitglieder Jürgen Hengst (SPD) und Manfred Läckes (CDU) gestern die Entscheidung so kommentierten, als sei eine Südanbindung damit vom Tisch ("für die SPD und CDU ist die Nordanbindung die favorisierte Erschließungsoption"), kritisierten die Bürgerinitiativen in Meerbusch die Entscheidung.

Bürgerinitiativmitglieder aus dem Meerbuscher Norden waren gestern zur Regionalratssitzung nach Düsseldorf gereist, um ihren Unmut über die geplante Südanbindung kundzutun. Das Ergebnis der Sitzung stellt Franz-Josef Jürgens, Sprecher der Initiative Bümeno, nicht zufrieden. Im Entwurf des Regionalplans heißt es zur Südanbindung jetzt wörtlich: "Es wird davon ausgegangen, dass bis zur Klärung der Sachfragen bzw. Vorlage der Prüfergebnisse und der Herstellung des Einvernehmens der Städte Krefeld und Meerbusch die Gebiete, die für eine Erweiterung des Hafens Krefeld und einer zusätzlichen Verkehrserschließung in Frage kommen, von weiteren Nutzungen freigehalten werden, es sei denn, diese sind rechtlich geboten. Es ist jedoch durch Optimierung der vorhandenen Erschließung des Krefelder Hafens darauf hinzuarbeiten, eine neue, zusätzliche Erschließung zu vermeiden." Jürgens interpretiert dies so, dass eine Südanbindung weiterhin nicht ausgeschlossen wird - mit ihm waren Gert Asbach und Jürgen Fallack in die Landeshauptstadt gefahren. SPD und CDU in Krefeld sagten über die Hafenanbindung: "Die Erschließung über eine Hafensüdanbindung nimmt hierbei nur ein nachgeordnete Rolle ein und wurde daher nicht in den Regionalplan aufgenommen."

Auch Initiativen gegen den geplanten Konverter an der Sitzung teil. In dieser Sache ist noch nicht definitiv entschieden. Bis zum 17. Oktober 2016 können Bedenken gegen den Regionalplan geäußert werden. "Entschieden wird erst im nächsten Jahr", so Hans-Jürgen Petrauschke (CDU), Landrat im Kreis Neuss. "Es ist eine Abwägung vieler Interessen", sagt der Vorsitzende des Regionalrates und verweist auf fehlende Anträge des Netzbetreibers Amprion. Dessen Sprecherin Joëlle Bouillon hatte angekündigt, Anforderungen zu erfüllen: "Kaarst ist für uns der beste Standort."

(ak/cw-/sep)
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