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Serie Franzosen In Meerbusch
Tour de France bringt die Heimat nahe

Meerbusch. Xavier Jan ist im französischen Bitche aufgewachsen. Jetzt wohnt er mit der Familie in Lank-Latum und arbeitet dort als Chiropraktor.

Richtig begeistern kann sich Xavier Jan für ein Altbier nicht: "Aber ein Glas Rotwein trinke ich sehr gern." Dazu gehört für den in Lank-Latum lebenden Franzosen auch ein Baguette: "Das vermisse ich sehr. In Frankreich wird in den Backstuben morgens ab vier Uhr gebacken. Es ist ganz frisch und schmeckt köstlich." Hier, in seiner neuen Heimat, werde das Brot ja meist industriell hergestellt. Allerdings ist das auch das Einzige, was dem Doctor of Chiropractic (D.C.) im Rheinland fehlt. Die genaue Berufs-Bezeichnung ist Xavier Jan wichtig: "Ich habe in Paris sechs Jahre lang Chiropraktik studiert und bin im Unterschied zu einem Chiropraktiker ein Chiropraktor."

Geboren ist er 1976 in Bitche, einer kleinen im Départment Moselle der Region Grand Est gelegenen Gemeinde, die bis 2015 zu Lothringen gehörte. In der Schule gab es Deutschunterricht. "Aber ich war jung und hatte keine Lust zum Lernen", erinnert sich Xavier Jan lachend. So sprach er kaum ein Wort Deutsch, als er 2002 unter anderem nach Aufenthalten in der Schweiz ins Rheinland kam. Trotzdem hat er gute Erinnerungen an seine erste Begegnung mit Deutschland: "Ich war positiv überrascht. Die Menschen waren alle so nett. Das hatte ich nicht erwartet."

Die Sprachkenntnisse haben sich gründlich gebessert. Schließlich führt Xavier Jan seit dreieinhalb Jahren ein Chiropractic-Center in Lank-Latum: "Das einzige weit und breit."

Zu Hause halten die viereinhalb-jährige Lilou und die sechs Monate alte Claradie ihre Eltern auf Trab. In Lank-Latum fühlt sich die Familie wohl. "Wir freuen uns, dass wir hier angekommen sind. Es ist schön grün und wir sind trotzdem schnell in der Stadt", finden Agata und Xavier Jan.

Bei der Erinnerung an die Kindheit fällt Xavier Jan ein, dass er in den 1980er Jahren mit dem Nachbarssohn im Fernsehen die Tour de France angesehen hat: "Wir sind danach mit unseren kleinen Fahrrädern durch die Gegend gerast und alle wollten Bernard Hinault sein." Dass die Tour jetzt in Meerbusch startet, bringt ihm die Heimat nahe: "Wir werden irgendwie dabei sein."

(mgö)
 
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