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Meerbusch
Überraschung: Nur hauchdünne Mehrheit für A 44-Gewerbegebiet

Meerbusch: Überraschung: Nur hauchdünne Mehrheit für A 44-Gewerbegebiet
In der Wiese hinter der Autobahnauffahrt an der A 44 soll der Meerbuscher Teil des Gewerbegebietes entstehen. Im Hintergrund ein Protestbanner. FOTO: UD
Meerbusch. Das Interkommunale Gewerbegebiet mit Krefeld wird weitergeplant. Weil im Rat gestern geheim abgestimmt wurde, fiel das Votum überraschend knapp aus. Es gibt mehr Kritiker als vermutet. Von Sebastian Peters

Denkbar knapp hat gestern Abend der Meerbuscher Rat entschieden, der Planung eines Interkommunalen Gewerbegebietes an der A 44 mit Krefeld zuzustimmen. Weil die Politik auf Vorschlag der UWG-Fraktion geheim abstimmte, war es den Ratsmitgliedern theoretisch möglich, gegen die Positionierung der eigenen Fraktion zu votieren, ohne damit öffentlich als Abweichler aufzufallen. SPD und CDU, die beide zuletzt für das Gewerbegebiet eintraten, kommen eigentlich auf 34 Stimmen. Nur 24 von 49 anwesenden Ratsmitgliedern stimmten jedoch für die Fortentwicklung der Planung, 23 dagegen. Zwei Ratsmitglieder enthielten sich. Eine Stimme Mehrheit entschied also über das Mega-Gewerbegebiet im Meerbuscher Nordwesten.

Seit Monaten wird um die Planung gestritten. 121 Hektar soll das Areal groß werden, 51 Hektar davon auf Krefelder Gebiet, 70 Hektar (99 Fußballfelder) auf Meerbuscher Flächen. Das Gebiet soll gemeinsam mit der Stadt Krefeld und der Industrie- und Handelskammer entwickelt werden. Jetzt soll eine gemeinsame Gesellschaft vorbereitet werden.

Das gestrige knappe Votum kam auch deshalb überraschend, weil im Planungsauschuss vor zwei Wochen noch eine deutliche Mehrheit für das Gewerbegebiet war. Für eine geheime Wahl gestern stimmten unter anderem die CDU-Ratsmitglieder Andreas Hoppe und Claus C. Fischer. Hoppe ist einziger Landwirt im Rat und brachte seine Kritik am Gewerbegebiet zum Ausdruck. "Die Größe ist der Knackpunkt."

Die Proteste der Anwohnerinitiative der Bürger aus Schweinheim waren unterdessen in Teilen bereits erfolgreich. Die Stadtverwaltung plant neuerdings, den südlichen Teil der auf Meerbuscher Stadtgebiet liegenden 70 Hektar Gewerbegebiet als "Allgemeinen Siedlungsbereich" (ASB) ausweisen zu lassen. Das hat Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU) in der Ratssitzung mitgeteilt. Dies würde bedeuten, dass dort nur sogenanntes wohnverträgliches Gewerbe zulässig ist. Vorher war geplant, dass planerisch allein der östliche Teil des Gewerbegebiets gegenüber des Gewerbegebiets Mollsfeld als ASB-Bereich ausgewiesen wird.

Mit dem jetzigen südlichen Riegel mit wohnverträglichem Gewerbe soll garantiert werden, dass die Anwohner vor Lärm verschont bleiben. Ob dies aber bedeutet, dass sich theoretisch im inneren Kern des Gebietes dann lärmemittierendes Gewerbe ansiedeln darf, kam gestern nicht mehr zur Sprache. UWG-Ratsherr Heinrich P. Weyen hatte gefordert, das komplette Gebiet als ASB-Gebiet auszuweisen.

Quelle: RP
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