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Meerbusch
Urgestein des Vereinslebens

Düsseldorf. Der Langst-Kierster Johannes Toups feierte gestern seinen 75. Geburtstag. Der pensionierte Tischler ist nicht nur Leiter des Mundartstammtisches des Heimatkreises Lank sondern auch passionierter Radfahrer und Schütze. Von Christoph Baumeister

Ein Meerbuscher Urgestein ist gestern 75 Jahre alt geworden. Johannes Toups, Leiter des Mundartstammtisches des Heimatkreises Lank, feierte seinen Ehrentag mit rund 50 Gästen in seinem Haus in Langst-Kierst.

Der Jubilar erblickte am 21. März 1935 in Lank das Licht der Welt, zog kurz danach nach Latum, wo er unter Rektor Anton Caspari zur Schule ging. "Er hat uns alle animiert, einen handwerklichen Beruf zu ergreifen", erinnert sich Toups, der sich für eine Tischlerlehre entschied. Im jungen Alter von 24 legte er seine Meisterprüfung ab und war anschließend 35 Jahre lang in Krefeld-Uerdingen als Berufsschullehrer tätig. "Ich war vom innersten Herzen Tischler, und das haben meine Schüler gespürt. Sie haben es mir ebenso wie die Betriebe hoch angerechnet, dass ich mit dementsprechender Akribie gelehrt habe", berichtet Toups.

Eintritt bei den Triumph-Radlern

Neben seinem Job gab und gibt es in seiner Freizeit drei große Leidenschaften: das Radfahren, das Schützenwesen und die Heimatkunde.

Direkt nach seinem Umzug nach Langst-Kierst in 1960 trat er gemeinsam mit Ehefrau Billa in den dortigen Radfahrverein Triumph ein. Inzwischen hat er seit mehr als 40 Jahren den Vorsitz inne. "In den 80ern sind wir mit dem Verein siebenmal mit dem Rad nach Fouesnant gefahren, das waren tolle Touren", schwärmt Toups.

Zu Medaillen reichte es bei ihm jedoch nicht. Ganz im Gegensatz zu seinem Vater Johann, der wie seine drei Brüder in den 20ern ein sehr erfolgreicher Radrennfahrer war, sowie seinem Sohn Michael, der 1980 deutscher Jugendmeister im Bahn-Vierer wurde. "Ich bin im Sommer immer Rad gefahren, und im Winter habe ich bei Treudeutsch Lank Handball gespielt. Aber ich war immer eine Maus, aus mir ist nichts geworden", sagt Toups schmunzelnd. In der St.- Martinus-Brüderschaft war das ganz anders: 1972 erlangte Toups die Königswürde. Seitdem ist er für den Bau des Vogels zuständig. "Dafür muss man ein Händchen haben. Gibt es wenig Bewerber, lässt man das Querholz weg, damit er schnell fällt", verrät das Mitglied der Zweiten Kompanie.

Leuchtende Augen bekommt Toups, wenn er vom Mundart-Stammtisch berichtet. Vor zwei Jahren übernahm er das Amt des Leiters und unterhält seitdem viermal im Jahr im Haus Latum die Gäste "op Länkter Platt". "Meinen Vorgänger Karl Münks zu ersetzen, war schwer. Aber ich habe gar nicht erst versucht, ihn zu kopieren, sondern meinen eigenen Stil entwickelt, und der kommt an", sagt Toups stolz.

Vorbild für ihn ist sein Urgroßvater Matthias Radmacher, den Toups liebevoll "Mösche Matthes" nennt. "Wie der früher die Kinder mit seinem Märchen begeistert hat, war sagenhaft. Von ihm habe ich mir einiges abgeschaut", berichtet der 75-Jährige.

Am 8. Mai steht für ihn bereits das nächste Fest an: die Goldene Hochzeit. Toups: "Die feiern wir im großen Rahmen im Haus Wellem."

Quelle: RP
 
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