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Das Wochenende
Verhüllte Kunst in der Apsis

Das Wochenende: Verhüllte Kunst in der Apsis
Für unsere Leser gewährte Johanna Sandau gestern schon einmal einen Blick hinter das Japanpapier auf das bunte Triptychon. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Johanna Sandau aus Bochum zeigt farbintensive Werke - die volle Wirkung entfaltet sich erst zu Ostern. Von Sebastian Peters

Ein ungewohnter Anblick erwartet die Besucher der evangelischen Kirche in Osterath: Ein Triptychon, das ab Sonntag im Rahmen der Ausstellungsreihe "Kunst in der Apsis" gezeigt wird, bleibt vorerst verhüllt. Erst in der Osternacht soll das Bild in der Apsis enthüllt werden - so wie es in der Kirche auch mit dem Kreuz geschieht.

Johanna Sandau ist die Künstlerin, die diesmal in der evangelischen Kirche und im benachbarten Gemeinderaum ausstellt. Die 52-Jährige wurde 1963 in Düren geboren, wuchs in Wuppertal auf und studierte Kunst und Kunsttherapie. Es folgten Aufenthalte in Amerika, Australien und Neuseeland; Ausstellungen und Ankäufe vor allem in sozialen Einrichtungen und Arbeit im therapeutischen Bereich. Der erste Kontakt zur Osterather Gemeinde entstand über eine Anzeige, die Marlies Blauth als Kuratorin der Apsis-Kunstserie geschaltet hatte. Das war vor zehn Jahren. Zweimal hat Johanna Sandau schon in Osterath ihre Werke gezeigt. Diesmal soll es um die Wirkung der Farbe gehen. "Alles will sie mit Farben beleben", ist die Ausstellung überschrieben -ein Zitat aus Goethes Osterspaziergang.

"Durch hauchzarte übereinandergelegte Farblasuren lasse ich nach und nach eine vielschichtige Farbkomposition entstehen. Geleitet von einer dominierenden Farbe, die schließlich die Bildfläche beherrscht, entstehen großformatige Farbräume und Landschaftsbilder." - so erläutert die Künstlerin Johanna Sandau ihre Arbeit. Sie setzt verschiedene Materialien ein: aufmontierte Seidenpapiere oder metallene Malgründe."Mit dem Atmen der Farbe, der Struktur des Papiers und dem Spiel mit Linien und Formen möchte ich den Betrachter in ein nachschöpfendes Sehen versetzen."

Den Wunsch, das Thema Farbe in den Mittelpunkt zu setzen, hatte die Gemeinde. Johanna Sandau suchte für die Ausstellung einige ältere Motive ab dem Jahr 2007 aus, schuf aber auch neue Werke. Im Mittelpunkt steht das verhüllte Triptychon: Derzeit ist es noch mit bemaltem Japanpapier bedeckt, in zarten Farben. Auf dem Linken der Bilder ist zart das Kreuz angedeutet. Mit der Osternacht - so viel will Johanna Sandau schon versprechen, soll das Werk eine andere Wirkung entfalten. "Wir wollen die Kirche österlich in Farbe tauchen." Vier weitere Bilder mit starken Farben hängen schon jetzt unverhüllt in der Kirche, kleinere Formate hängen im Gemeinderaum. Alle Werke stehen auch zum Verkauf. Von der gläsernen Apsis hinter dem Altarraum zeigt sich Johanna Sandau begeistert. "Ich bin immer wieder angetan von der Wirkung und den Lichtverhältnissen in diesem Raum." Die jetzt startende Ausstellung ist die letzte, bevor die evangelische Kirche umfassend saniert wird.

Termin Die Ausstellung vom 20. März bis 1. Mai ist immer sonntags im Gottesdienst um 10 Uhr zu sehen. Die Kirche hat werktags von 9 bis 12 Uhr geöffnet, oder nach Vereinbarung. Tel. 02159 50442.

Quelle: RP
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