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Meerbusch
Verschlafener Brunnen am trüben Regen-Sonntag

Meerbusch: Verschlafener Brunnen am trüben Regen-Sonntag
Paul ist vom Brunnen am Landsknecht fasziniert. FOTO: Dackweiler
Meerbusch. Nur wenige Passanten und Autofahrer rund um den Landsknecht in Büderich

Aus dem grauen Himmel nieselt es sacht, aber beständig. Das sanfte Plätschern des Regens mischt sich mit dem stärkeren Rauschen des Brunnens. Aus der Amphore in seiner Mitte und aus fünf Gefäßen sprudelt Wasser. Sonst aber ist es still um den Matarébrunnen am Landsknecht in Büderich. Das liegt nicht nur daran, dass es Sonntag ist. Sondern am Wetter.

Gewöhnlich tummeln sich hier Radfahrer und Spaziergänger. Jetzt wirkt der Platz verschlafen. Es strömen auch kaum Passanten zur Straßenbahn, und vor der geschlossenen Schranke warten nur wenige Autos. Betrachten wir mal die Nummernschilder. Ist ja interessant. Klar, die Einheimischen mit NE dominieren. Aber es ist auch Frankfurt dabei, Kassel, Heidelberg und München. Was wollen die alle hier? Sind sie auf Reisen? Oder auf Verwandtenbesuch? Die Terrassen am Landsknecht und am darunter liegenden Burgkeller sind noch verwaist.

Ein einzelner Kellner wandert oben von Tisch zu Tisch, rückt hin und wieder etwas zurecht. Selbst der Fluglärm erscheint heute milder. Passieren sie Büderich im Landeanflug, dröhnen die Maschinen quälend laut. Beim Abflug, wie an diesem Vormittag, überqueren sie den Stadtteil deutlich leiser. Kaum ein Dutzend Menschen kommt in 20 Minuten vorbei. Meist tragen sie Regenjacken oder zumindest Schirme. Eine japanische Familie hat sich komplett mit Klarsichtfolie verhüllt, inklusive Kinderwagen. Der Blick konzentriert sich wieder auf den von Ewald Mataré entworfenen Brunnen. Warum ist sein Wasser so grün? Nicht bloß ein bisschen, richtig giftgrün. Algen vielleicht? Sieht aber sehr dekorativ aus.

Plötzlich ein fröhliches Kreischen. Ein kleiner Junge strebt auf den Brunnen zu, taucht lachend seine Händchen ein, zieht sie tropfend wieder heraus. "Nass", ruft er begeistert, "nass!" Mit seinen Eltern Christine und Hendrik wohnt der zweieinhalbjährige Paul ganz in der Nähe. "Der Brunnen fasziniert ihn", erzählt seine Mutter, "wenn wir hier vorbeifahren, will er immer aussteigen." Als das Trio weiterzieht, kehrt erneut Stille ein.

(go)
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