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Analyse
Viel Nachwuchs im Lanker Handball

Meerbusch. Handball ist in Lank-Latum tief verwurzelt. In manchen Familien wird der Sport seit mehreren Generationen betrieben - früher auf dem Feld, heute in der Halle. Mit Leidenschaft wirken die Sportler im TuS Treudeutsch 07 und sorgen mit ihren sportlichen Erfolgen immer wieder für Erstaunen: Die Damen spielen in der Oberliga und die Herren an der Spitze der Verbandsliga. Und das, obwohl der Verein ohne professionelle Strukturen auskommt, keine teuren Spieler holt und seine Akteure nicht bezahlt. Der Verein muss mit den Talenten aus der eigenen Jugend auskommen, die auch in der aktuellen Damen- und Herrenmannschaft das Gerüst bilden. Die Grundlagen für die Erfolge legen die Blau-Weißen in der vorbildlichen und akribischen Arbeit mit der eigenen Jugend. Sie ist der große Stolz der Ehrenamtler um den Zweiten Vorsitzenden Uli Hambloch (61) und Abteilungsleiter Norbert Kals (53). Von Falk Janning

Einer der treibenden Kräfte ist dabei Rüdiger Mansfeld. Der 45-Jährige, der in Korschenbroich wohnt und in Essen arbeitet, wurde vor neun Jahren von dem Treudeutsch-Virus befallen, der ihn nicht mehr loslässt. Damals übernahm er eine C-Jugend als Trainer. Nun ist er seit drei Jahren Jugendwart und hat die Arbeit an der Basis in großem Stile intensiviert.

Mansfeld geht an den Vormittagen regelmäßig in den Sportunterrichtet der vierten Grundschul-Klassen und bringt ihnen die Begeisterung für Handball bei. Zum dritten Mal hat er in diesem Jahr eine Stadtmeisterschaft der Grundschulen organisiert, an der zehn Klassen mit 120 Kindern teilnahmen - ein Rekord. Gut angenommen wird von den Jungen und Mädchen auch die Handballschule während der Herbstferien mit ehemaligen Profis sowie die Jugendfreizeit auf Ameland, die alle drei Jahre organisiert wird.

Bei so viel Aufwand bleibt der Erfolg nicht aus: Denn während in anderen Städten der Mangel an Nachwuchshandballern schon dramatische Züge angenommen hat, ist davon in der Lanker Forstenberg-Sporthalle nichts zu spüren. "Wir freuen uns über steigende Mitgliederzahlen", sagt Kals. Etwa 250 Jugendliche spielen in den zwölf Mannschaften, die der Verein für den Spielbetrieb der kommenden Saison angemeldet hat. "Vor allem bei den Mädchen gibt es einen großen Boom", sagt Mädchenwartin Babette Schalley. "Vor zwei Jahren hatten wir noch vier Mädchenmannschaften weniger."

Bis auf die männliche A- und die weibliche B-Jugend haben die Treudeutschen alle Altersklassen besetzt. Neu ist eine Bambini-Mannschaft mit Vier- und Fünfjährigen, die Trainer Dieter Bister anleitet. "Unser Ziel ist es, in allen Altersklassen bald zwei Teams aufzubieten", sagt Mansfeld. Im männlichen und weiblichen D-Jugend-Bereich ist das durch die "Schul-Offensive" des Jugendwartes bereits der Fall.

Die Lanker haben auch an der Qualifizierung ihrer Übungsleiter gearbeitet: Alle Coaches besitzen den B-Trainerschein, der sie dazu berechtigt, Mannschaften bis zur 2. Liga zu betreuen. Trainer der Nachwuchsteams sind ausnahmslos Akteure aus den 1. und 2. Mannschaften: Die Oberliga-Damen Birte Pitzen und Julia Davids trainieren die männliche B-Jugend. Alexander Gronwald, Ex-Spieler und Männerwart, hat die C-Jugend übernommen. Die weibliche A-Jugend coachen Elena Grube und Sara Rayani, die weibliche C-Jugend Lisa Rosteck und Franzi Blum.

Quelle: RP
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