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Meerbusch
Viele Ideen für Gelände von Haus Meer

Meerbusch: Viele Ideen für Gelände von Haus Meer
Das Gelände von Haus Meer. FOTO: Christoph Reichwein
Meerbusch. Die Reaktionen auf den Kauf des historischen Areals durch den Geschäftsmann Peter Soliman sind mehrheitlich positiv. Politik, Förderverein oder Künstler setzen große Hoffnung durch den neuen Besitzer und machen gleich Vorschläge. Von Anke Kronemeyer und Monika Götz

Michael Hündgen, Förderverein Haus Meer: Ein kaum glaubhaftes Wunder ist geschehen. Das Wahrzeichen Meerbuschs mit nationaler Bedeutung erwacht aus dem zwanzigjährigen Verfalls-Schlaf. Sollte es wirklich so sein, dass Herr Soliman den Weyhe-Park der Öffentlichkeit zugänglich macht, freut mich das besonders. Hier wäre die Wiederherstellung des originalen Wegenetzes an oberster Stelle zu setzen. Die historische Bausubstanz auf dem Gelände, bestehend aus Teehäuschen, Eiskeller, Remise, Schlosskeller und Immunitätsmauer hat immense Verfallserscheinungen davon getragen.

Gereon Hecker, ebenfalls Förderverein Haus Meer: Wir freuen uns insbesondere, dass es ein Meerbuscher Bürger ist, der hier nun Flagge zeigt. Herr Solimann hat bereits sehr ehrenwerte Projekte in Angriff genommen und sehr positive Entwicklungen angestoßen. Er wird sich auch hier sehr ernsthaft mit dem Gelände beschäftigen. Es war immer unsere Anliegen, dass die Stadt Meerbusch sich dieses Geländes annimmt, denn es ist ihre Keimzelle, ihr Wahrzeichen, und sie trägt ihren Namen. Den Schatz zu heben, dieses Gelände seine Bedeutung und Schönheit zurück zu geben, wird der Stadt sicherlich helfen. Es gibt kein Leuchtturmprojekt in dieser Stadt, kein architektonisches, kein kulturelles und kein historisches. Hier ist die einzigartige Chance, ein Solches zu kreieren. Ich habe immer gehofft, einen Kunstsammler zu finden, der seine Sammlung in einem Museum zeigt und so Park und Bauten zu einem kulturellen Highlight entwickelt.

Roger Gerhold, Künstler und Herausgeber der Publikation "850 Jahre Kloster Meer": In zwei Jahren intensiver Arbeit am Projekt "850 Jahre Kloster Meer" habe ich die ganze Bandbreite von Wegducken bis zu verhaltener Begeisterung erlebt. Ich finde es grandios, dass Peter Soliman die Initiative ergriffen hat und das Areal aus dem Dornröschenschlaf erwecken wird. Das Gelände von Haus Meer ist in der Region einzigartig und verlangt nach Kultur. Bildende Kunst, darstellende Kunst - allen künstlerischen Aktivitäten kann eine Bühne geboten werden. Lassen Sie uns gemeinsam den "Kulturpark Meerbusch" realisieren.

Mike Kunze, Geschichtsverein: Mit Roland Agne hatte Haus Meer keine Zukunft, daher ist jeder Besitzerwechsel zu begrüßen. Schade bleibt nach wie vor, dass die Stadt Meerbusch die neuen Chancen nicht genutzt hat, die sich geboten haben, das Areal zu erwerben. Mit Peter Soliman besteht aber die Hoffnung, dass sich ein Investor gefunden hat, der bereit ist, die deutlich eingeschränkten Möglichkeiten des Geländes zu akzeptieren und seinen Wert und die Bedeutung für Meerbusch und darüber hinaus zu erkennen. Dass Kenner von Ort, Historie und Denkmalschutz vor der Entstehung konkreter Planungen hinzugezogen werden sollen, lässt hoffen, dass sich hier etwas gestalten lässt, was diese Punkte berücksichtigt. Eine öffentliche Nutzung - durchaus auch unter Einbeziehung von einer Kombination aus Gastronomie und musealem Element - wäre demnach zu priorisieren.

Michael Berning will die Geschichte nicht vergessen. FOTO: Dackweiler Ulli

Pfarrer Michael Berning, Büderich: Es ist gut, dass Voraussetzungen für einen neuen Start gegeben sind. Mir ist es wichtig, die Geschichte des Klosters in die zukünftige Entwicklung einzubeziehen. Wenn beispielsweise die 850 Jahre Kloster Meer-Ausstellung dort dauerhaft untergebracht würde, wäre das eine kulturelle Nutzung im Sinne des Erbes.

Lutz Lienenkämper, Landtagsmitglied und Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion: Wir kennen Peter Soliman im Kreis Neuss als umsetzungsorientierten Investor mit deutlichen Ideen und Plänen. Er wird auch von Haus Meer klare Vorstellungen haben. Darauf bin ich gespannt.

Nicole von Schack-Lutz, Künstlerin: Ich hoffe, dass mit Peter Soliman jemand das Areal gekauft hat, für den auch das identitätsstiftende Element - Hildegundis von Meer/Kloster - für Meerbusch von Bedeutung ist und nicht ausschließlich ökonomische Interessen zählen. Ich wünsche mir, dass das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird; als Kunstschaffende rege ich die Einrichtung einer Ausstellungsmöglichkeit und/oder eines Skulpturenparks an.

Heribert Schween, Vorstand Meerbuscher Kulturkreis: Vom Beginn der Entwicklung um Haus Meer mit dem Plan eines Hochhauses über das Modell mit Bürgerstiftung und Immobilienfonds bis zur Entscheidung von Peter Soliman, das Gelände zu kaufen, war ein langer Weg. Ich habe das Vertrauen in sein solides Handeln und seine Kooperationsbereitschaft. Erfreulich, dass am Beginn seiner Vorgehensweise kein fertiger Plan vorgestellt, sondern ein Gespräch mit Meinungsträgern geführt wird.

Michael Schweers freut sich über das Engagement. FOTO: Dackweiler Ulli

Michael Schweers, Unternehmer aus Osterath: Ich sehe das Engagement von Peter Soliman im Haus Meer sehr positiv. Seine bisherigen Investitionen in der Region führt er aus meiner Sicht mit dem Geist eines Unternehmers und Herz für die Region. Peter Soliman regt zum Umdenken an und bewegt.

Nicole Niederdellmann-Siemes (SPD): Der Eigentümerwechsel von Haus Meer bringt neue Hoffnung auf den Erhalt und die Erlebbarkeit des Gesamtdenkmals. In unserer Stadt findet sich an keiner Stelle ein Denkmal von so hohem, tragendem Kulturwert. Unsere Hoffnung ist, dass durch den Eigentümerwechsel Bewegung in die Sicherung des Denkmals kommt. Wir wünschen uns, dass Haus Meer einer breiten öffentlichen Nutzung zugeführt werden kann. Diese Nutzung führt auch dazu, dass viele Menschen den hohen historischen Wert erfahren wollen und damit ein zusätzliches touristisches Angebot etabliert werden kann - zum Beispiel als Ort für Konzerte oder andere kulturelle Veranstaltungen.

Jürgen Peters setzt auf einen öffentlichen Park. FOTO: Dackweiler Ulli

Jürgen Peters (Die Grünen): Es ist zu erwarten und zu begrüßen, dass durch den Eigentümerwechsel der Stillstand um Haus Meer ein Ende haben dürfte. Nun sollte der konstruktive Austausch unbelastet sein. Unabhängig vom Eigentümer erwarten die Grünen aber eine Planung, die den Anforderungen an Denkmalschutz und Ökologie entspricht und die öffentliche Nutzung des Parks vorsieht. Dabei ist eine anteilige gewerbliche Nutzung wie auch eine finanzielle Beteiligung der Stadt oder die Übertragung von Aufgaben an den Förderverein Haus Meer vorstellbar.

Daniela Glasmacher schlägt ein neues Schloss vor. FOTO: Dackweiler Ulli

Daniela Glasmacher (UWG): Die UWG begreift den Eigentumswechsel von Haus Meer als eine große Chance für Meerbusch und sein einzigartiges Kulturgut. Peter Solimann zeigt sich optimistisch, ganz offen für neue Ideen mit Herz. Es wäre schade, wenn man ihm bei den bisher allzu festgefahrenen starren Argumenten nicht gleichfalls offen begegnen würde. Es geht am Ende immer um ein wirtschaftlich noch tragbares, aber angemessenes Bebauungskonzept und die Öffnung und Pflege des Parks. Was wäre eigentlich mit einem Wiederaufbau des Schlosses? Was Berlin kann, kann auch Meerbusch! Ebenfalls könnte sich die UWG ein Café/Restaurant sowie ein Kulturforum auf dem Gelände vorstellen.

Wolfgang Müller, Die Aktiven: Wir begrüßen den Eigentümerwechsel sehr. Wir hoffen und appellieren an Verwaltung und Politik, dass der neue Eigentümer aktiv unterstützt wird. Wir sind davon hundertprozentig überzeugt, dass in Zukunft Haus Meer positiver in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt. Eine gesunde Mischung - voraus gesetzt es ist genug Baufläche vorhanden - aus Hotel, Luxuswohnungen und Museum ist sicherlich sinnvoll.

Quelle: RP
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