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Meerbusch
Vom Leijedecker und Liffjke - Mundart "verlänkert"

Meerbusch: Vom Leijedecker und Liffjke - Mundart "verlänkert"
Walter Spoerle, Helga Ebner und Franz-Josef Jürgens (v.l.) mit "Dä Bott" FOTO: Dackweiler
Meerbusch. Die neue Ausgabe "Dä Bott" ist erschienen. Heimatkreis-Mitglieder haben Wissenswertes aus der Region zusammengetragen. Von Monika Götz

Wer wissen möchte, was sich hinter dem Begriff "Rheinische Lanker" verbirgt, wo in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Gasthof "Im Weißen Pferd" zu finden war oder was "Leijedecker" auf Hochdeutsch heißt, sollte in der Heimatzeitschrift "Dä Bott" nachlesen. In der neuen Ausgabe werden auf knapp 90 mit Fotos und Texten gefüllten DIN A4-Seiten Heimatgeschichte und -geschichten aus der Region erzählt.

Heimatkreis-Geschäftsführer und Schriftleiter dieses auch als Vereinszeitschrift geltenden "Dä Bott" ist Franz-Josef Jürgens: "Unser Schwerpunkt ist die Regionalgeschichte aus dem ehemaligen Amt Lank." Aktuell macht er sich gemeinsam mit Theo Haefs über das Alter des Kruzifix und die Herkunft des Turmkreuzes an St. Stephanus Gedanken. Herausgeber des Heftes ist der Heimatkreis Lank mit Franz-Josef Radmacher an der Spitze. Er steht auch hinter dem Beitrag über die "Rheinischen Lanker": "Das ist eine bedeutende Rübensorte, die noch heute bei Samenlieferanten zu finden ist."

Ebenfalls spannend ist die Geschichte des van Haags Hofes in Lank. Auf dem Gelände dort stand früher der Gasthof "Im Weißen Pferd". Wie Joachim Beeck recherchiert hat, wurde er 1780 in der Chronik des Lanker Pfarrers Wilhelm Jacobs erwähnt. Auch über die Geschichte der Westdeutschen Celluloidwerke (1894 bis 1983), der Germania-Brauerei Ludwig Peter Söhne oder der 1827 erbauten Ilvericher Schule von der ehemaligen Zwergschule über eine Kunstgalerie bis zum Wohnhaus wird berichtet. Die Herkunft der romanischen Säulen am Turm von Gripswald oder die Nutrias als "Neubürger im Lanker Rheinbogen" in der Rubrik "Natur und Landschaft" sind ebenfalls ein Thema.

Daran, dass "Dä Bott" gut aufbereiteten Lesestoff und angepasstes Bildmaterial vermittelt, haben unter anderem auch Helga Ebner, Regina und Walter Spoerle oder Peter Sitsen großen Anteil. Sie sorgen dafür, dass die nach dem hochdeutschen Begriff "Der Bote" benannte Zeitschrift ihrer Aufgabe gerecht wird und die Bürger informiert. Um das Ganze authentisch zu gestalten, gibt Johannes Toups regelmäßig Einblick ins Mundart-Alphabet, aktuell von L bis M. Außerdem hat Theo Schackers Redewendungen ins Lanker Platt übertragen und auf diese Weise "verlänkert".

Auf dem Titel sind die vierzehn Doppelsäulen am Turm von Haus Gripswald zu sehen, die Rückseite trägt ein Gemälde von Aloys Schlüter, das den Blick aus der Webergasse auf das Haus Hölters zeigt und im Innenteil sind unter anderem Fotos aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert abgebildet, die Franz-Josef Jürgens in der Bibliothek der Universität Düsseldorf gefunden hat.

Die Zeitschrift kostet fünf Euro, weitere Infos im Internet unter www.heimatkreis-lank.de

Quelle: RP
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