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Meerbusch
Von Fallrückziehern und Flugeinlagen

Meerbusch. Der Lank-Latumer Pascal Müller spielt seit rund zwei Jahren Beachsoccer. Jetzt wurde der 22-Jährige erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. Sein Traum: an der Beachsoccer-WM 2017 auf den Bahamas teilzunehmen. Von Christoph Baumeister

Sand statt Rasen, barfuß statt Schuhe, Spaßfußball statt taktischer Zwänge: Beachsoccer kommt auch in Deutschland immer mehr in Mode. "Das Spektakel mit dem Ball, die vielen Tore, die Sonne und das Lebensgefühl - all das macht den Reiz beim Beachsoccer aus", schwärmt Pascal Müller (22), der seit rund zwei Jahren die Trendsportart betreibt und an diesem Wochenende erstmals zu einem Lehrgang der deutschen Beachsoccer-Nationalmannschaft eingeladen wurde. "Dafür, dass ich erst recht kurz Beachsoccer spiele, ist es eine Riesensache, dort dabei zu sein", sagt Müller.

Flach spielen, hoch gewinnen - diese Fußball-Floskel hat beim Beachsoccer definitiv keine Gültigkeit: Weder Flachpass-Kombinationen noch Dribblings machen Sinn beim Spiel Vier gegen Vier plus Torwart auf zwei Fünf-Meter-Tore im tiefen Sand, der nahezu jeden Ball verspringen lässt. Hochlupfen, Anspiele durch die Luft und volley abziehen ist angesagt. Fallrückzieher, spektakuläre Flugeinlagen sind daher nicht nur erwünscht, sondern zielführend. "Bei unserem Sport ist immer Action auf dem Spielfeld", weiß Müller. "Alle 20 bis 30 Sekunden kommt es zu einem Torabschluss, das macht die Sache auch für die Zuschauer so interessant." Doch auf dem tiefen Geläuf sei der Kraftverlust enorm, weshalb normalerweise keiner der Feldspieler die 3 x 12 Minuten, die eine reguläre Begegnung dauert, durchspiele. "Beachsoccer ist anstrengender als normaler Fußball - deshalb muss man auch wie beim Eishockey nach drei bis vier Minuten Vollgas durchwechseln", erklärt Müller.

In seiner Jugend spielte der Blondschopf mehr als zehn Jahre für den ASV Lank. Unmittelbar vor dem Eintritt in den Seniorenbereich hörte er mit dem Fußball auf. Kurz darauf nahm ihn ein Arbeitskollege mit zu einem Beachsoccer-Probetraining - und sofort war es um Müller geschehen. "Es hat mir von Anfang an total viel Spaß gemacht, so dass ich dabei geblieben bin", sagt der IT-Systemkaufmann.

Man brauche eine gute, aber andere Kontrolle des Balls als auf Rasen: beim Lupfen, beim Jonglieren und natürlich eine gute Schusstechnik, Kraft und Spritzigkeit, erklärt Müller, dessen Stärken vor allem im Torabschluss liegen. In der zurückliegenden Saison erzielte er für sein Team, die Beach Royals Düsseldorf, in sechs Saisonspielen 14 Tore. Damit war er der zweitbeste Torschütze seiner Mannschaft, die die vergangene Saison in der höchsten deutschen Spielklasse, der German Beachsoccer League, auf dem sechsten Platz abschlossen. "Es wäre sicherlich mehr drin gewesen, jedoch hatten wir zu viele Häuptlinge im Team, daher hat die Balance nicht immer gestimmt", sagt Müller. Für die neue Saison, die zwischen Mai und August ausgetragen wird, haben sich die Düsseldorfer mehr vorgenommen. "Wir haben eigentlich die besten Leute in unseren Reihen, daher ist unser Ziel der Titelgewinn", sagt Müller. Der Ligabetrieb der zwölf Teams läuft an fünf Wochenend-Spieltagen. An jedem dieser Wochenenden bestreitet jede Mannschaft drei Spiele.

Trainiert wird auch im Winter, in einer Halle. Doch sobald das Wetter besser wird, geht es auf den Beachsoccer-Platz am Unterbacher See. "Wenn die Sonne nicht scheint, kann es kühl an den Füßen werden, dann müssen wir auch schon mal Neoprensocken tragen", sagt Müller lachend. Den eigentlichen Flair des Sports mache aber natürlich das Spielen im Sonnenschein aus. Davon wird es bei der Beachsoccer-WM 2017 auf den Bahamas sicherlich reichlich geben. "Das wäre natürlich ein Traum, dort dabei zu sein", sagt Müller. Der erste Schritt ist mit der ersten Nominierung für das Nationalteam gemacht.

Pascal Müller ist nicht der einzige Meerbuscher, der zu den besten Beachsoccer-Spielern in Deutschland gehört. Der Osterather Peer Petry spielt ebenfalls für die Beach Royals Düsseldorf in der höchsten deutschen Spielklasse und hat bereits einige Länderspiele absolviert. Im Gegensatz zu Müller ist der 23-Jährige aber auch noch im "normalen" Fußball aktiv. Petry bestritt in dieser Saison neun Meisterschaftsspiele für A-Ligist OSV Meerbusch und erzielte vier Tore.

Quelle: RP
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