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Wie geht's, meerbusch
Von Schleifchen und Scheinchen

Meerbusch. Radverkehr mit Induktionsschleifen zählen - muss man erst einmal drauf kommen. Die Aktion erweckt den Anschein, als würde hier Geld einfach nur deshalb ausgegeben, weil das Land die Fördertöpfe öffnet. Ein fatales Signal.

Stolze 30.000 Euro gibt der Rhein-Kreis Neuss dafür aus, Radwege mit Induktionsschleifen auszustatten. Diese Schleifchen können zählen, wie viele Radler darüber fahren. Soso! Uns fiele da spontan eine sinnvollere Investitionsmöglichkeit ein: Warum nicht besser das Geld in die Radwege selbst investieren?

Mal ganz im Ernst: Braucht es wirklich ein technisches System, das erfasst, wie viele Radler auf einer Strecke unterwegs sind, dessen Zahlenmaterial am Ende in einem Kreisbüro aufläuft und die dortigen Beamten auf Trab hält. Für Autostraßen mag das Sinn ergeben, aber für Radwege?

Am Ende kann der Zweck dieser Maßnahme nur sein, jene Radwege besonders zu fördern, die gut frequentiert sind. Das räumt auch de Rhein-Kreis ein, wenn er schreibt, dass die Erfassung für die Fördertöpfe nötig sei. Das aber könnte ein Trugschluss sein - man darf durchaus die Frage stellen, ob ein Radweg nicht gerade deshalb schlecht genutzt wird, weil er in schlechtem Zustand ist. Die Aktion erweckt den Anschein, als ob hier eine Maßnahme umgesetzt wurde, weil die Landesregierung Geld dafür gibt.

Ein Vorschlag: Wenn Sie demnächst mal Langeweile haben, dann fahren Sie doch einfach einen Nachmittag lang in Büderich auf der Induktionsschleife immer hin und her. Machen Sie es für Ihre Heimatstadt Meerbusch! Irgendwo in einem Büro der Kreisverwaltung wird jemand staunen und die Kassen klingeln hören.

Quelle: RP
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