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Meerbusch
Weihnachten an besonderen Orten

Meerbusch: Weihnachten an besonderen Orten
"Tiere spielen Weihnachten eine große Rolle", sagt Hildegard Miedel, Gründerin der "Arche Noah". Pony Lany ist erst seit zwei Wochen auf dem Hof, gewöhnt sich gerade ein. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. Auf der Tierfarm, im Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, im Pfarrsaal für Alleinstehende — Weihnachten ist überall, nicht nur zu Hause unterm Tannenbaum. Wir stellen drei ungewöhnliche Arten vor, Heiligabend zu verbringen Von Ina Armbruster

Zuwendung zeigen - das ist für Hildegard Miedel an Weihnachten wichtig. Sie leitet die Jugendfarm Arche Noah in Büderich, auf der sich Kinder und Jugendliche um viele verschiedene Tiere kümmern. Die meisten Tiere kommen aus schlechter Haltung oder aus Altersgründen auf die Farm und erhalten dort ihr Gnadenbrot. Auch wenn sich die jungen Helfer das ganze Jahr mit um die Tiere kümmern, über die Weihnachtstage versorgt Miedel sie allein. "Tiere spielen Weihnachten eine große Rolle, schließlich sind sie ein wichtiger Teil der Krippe", sagt sie. "Deswegen habe ich immer das Gefühl, dass ich mich in diesen Tagen ganz besonders gut um sie kümmern muss." Da gibt es dann auch schon einen Apfel oder eine Möhre extra als Leckerli für die Ponys, Esel, Schweine, Ziegen und Schafe. An diesem Weihnachtsfest stehen für Miedel zwei Ponys im Mittelpunkt: Eines ist gerade schwer erkrankt, das andere lebt erst seit zwei Wochen auf dem Hof und gewöhnt sich gerade ein. Sie selbst wird dieses Jahr ausnahmsweise Weihnachten nicht mit ihrer großen Familie verbringen, da es ihrem Ehemann nicht gut geht. Sie wird einen ruhigen Abend mit ihm verbringen.

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Bereits seit Wochen fiebern die Kinder und Jugendlichen, die im Meerbuscher Wohnheim der Evangelischen Stiftung Hephata wohnen, dem Fest entgegen. Sieben junge Menschen mit schweren Behinderungen oder Verhaltensauffälligkeiten wohnen in der Einrichtung. "Wir basteln jedes Jahr einen Adventskalender für die Kinder. Da genau abgesprochen ist, welches Kind an welchem Tag ein Türchen öffnen darf, können wir die Geschenke passend aussuchen", erklärt Einrichtungsleiter Manfred Offermann. So gibt es für den einen knisterndes Badesalz, für den anderen Seifenblasen oder ein kleines Spielzeug - je nach Fähigkeiten und Interessen der Kinder. Die Weihnachtsfeier mit Bescherung wurde - wie jedes Jahr - ein bisschen vorverlegt. Bereits am vergangenen Freitag trafen sich die Kinder mit dem gesamten Betreuerteam. "Das ist immer eine schöne Feier, denn wir dekorieren selbstverständlich die Räume und gönnen uns etwas besonders zu essen", sagt Offermann. An diesem Tag erhalten die Kinder auch ihre Geschenke, zum Teil finanziert durch die eigenen Eltern, zum Teil aus Spenden.

Den Heiligen Abend verbringen einige Kinder mit ihren Familien zu Hause, aber nicht für alle Kinder ist dies möglich. Deswegen sind auch heute und an den Feiertagen die Betreuer des Heims im Einsatz. "Die Kinder, die bei uns bleiben, genießen oft die Ruhe, die dann herrscht. Außerdem können wir uns den Kindern noch intensiver zuwenden als im Alltag. Das macht den Tag auch im Heim sehr schön", sagt Offermann.

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Bei anderen Meerbuschern könnte Weihnachten sehr ruhig werden - für einige vielleicht zu ruhig. Nämlich dann, wenn jemand den Tag unfreiwillig alleine verbringt. Dafür, dass das nicht sein muss, sorgen jedes Jahr die Helfer der katholischen St.-Mauritius-Pfarrei in Büderich. Unter dem Motto "Heiligabend in Gemeinschaft" laden sie alleinstehende Menschen ein, gemeinsam den Tag zu verbringen. 35 Anmeldungen liegen für Heiligabend 2015 vor. Einige Menschen kommen bereits seit Jahren, andere werden das erste Mal dabei sein. "Die Leute kommen aus den unterschiedlichsten Gründen zu uns. Wir sind immer eine ganz gemischte Gruppe, auch, was das Alter angeht", erklärt Gemeindereferentin Ingrid Mielke. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen, die Gäste können Gedichten und Musik lauschen und das Krippenspiel der Kinder erleben. Nach einer Andacht folgt das gemeinsame Abendessen. Wie jedes Jahr werden auch wieder Vertreter der Stadt und der evangelischen Kirche zu Besuch kommen. "Die Feier lebt von der familienhaften Atmosphäre", sagt Mielke. Sie freut sich besonders über die ehrenamtlicher Helfer, denen ihr Einsatz ein Herzensanliegen ist. Sie bereiten die Feier nicht nur mit vor, sondern holen die Gäste auch ab und fahren sie abends wieder nach Hause - egal, in welchen Ortsteil.

Quelle: RP
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