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Meerbusch
Wettkampf um den besten Tischtennis-Spieler

Meerbusch: Wettkampf um den besten Tischtennis-Spieler
Leider verloren: Yonas Kopittke (16) aus Lank war in der Jungen-Klasse gestartet und musste sich im Halbfinale gegen seinen Vereinskameraden Sven Beathalter geschlagen geben. FOTO: Andreas Endermann
Meerbusch. Der TSV richtete in der Forstenberg-Sporthalle in Lank die 45. Meerbuscher Stadtmeisterschaft aus. Zwei Tage lang messen sich Jungen und Mädchen, Damen und Herren in insgesamt 23 Spielklassen. Marina Schumann gewinnt drei Titel. Jens Rustemeier wird Meister der Herren S Von Falk Janning

Klock, klock, klock. An den zwölf Tischtennisplatten in der Forstenberg-Sporthalle wird eifrig gespielt. Gleich ist Yonas Kopittke an der Reihe. Der 16-jährige Lanker startet bei der Meerbuscher Stadtmeisterschaft in der Jungen-Klasse, will dort seinen im Vorjahr errungenen Titel verteidigen. Siebenmal hat er bei den Titelkämpfen bereits triumphiert, heute möchte er zum achten Mal auf das höchste Treppchen klettern. Es ist in der Halle brüllend heiß, die Spieler schwitzen schon vor dem ersten Ballwechsel. Schnell nimmt Yonas Kopittke noch einen Schluck aus der Wasserflasche, bevor er an die Platte tritt und Florian Vahrenkamp von TuRA Büderich begrüßt, seinen Gegner im ersten Gruppenspiel.

"Tischtennis ist sehr aufregend und intensiv", so Yonas Kopittke. Alle drei, vier Sekunden müsse man nach einem Ballwechsel einen Misserfolg oder einen Erfolg verarbeiten, das sorge für Adrenalin. Der Nachwuchsspieler ist der Magie des kleinen Balles ebenso verfallen wie sein Vater Rainer, der ihm als Coach zur Seite steht. Der Spieler des Oberligisten Bayer Uerdingen, der früher sogar in der Regionalliga spielte, beobachtet das Geschehen an der Platte in Rufdistanz, feuert seinen Sohn an, muntert ihn auf, kritisiert und gibt Tipps. "Aufschlag, und drauf!", ruft er. Oder: "Respekt, der war nicht einfach", als sich der Junge den Ball nach einem Netzroller noch holt und punktet. "Das ist nicht Dein Ernst!", meint der Vater nach einem leichten Konzentrationsfehler. Aber sofort folgt ein erleichtertes "Aha!", als der Zögling den Patzer beim nächsten Ballwechsel mit einem tollen Angriffsball wiedergutmacht. Am Ende gewinnt Kopittke Junior mit 3:1 (16:14, 11:8, 10:12, 11:8).

"Der Junge ist viel talentierter als ich es war", sagt der Vater. "Ich habe erst mit 14 Jahren mit Tischtennis begonnen, Yonas schon mit acht. Wenn er regelmäßiger trainieren würde, würde er abgehen wie eine Rakete." Aber als Schüler der zehnten Klasse des Meerbusch-Gymnasiums kommt der Sport eben zwangsläufig ein wenig zu kurz.

Trotzdem eilt er bei der Stadtmeisterschaft von Sieg zu Sieg. Im Doppel holt er sich an der Seite von Sven Beathalter den Titel. Rainer Kopittke ist beeindruckt von der stoischen Ruhe seines Sohnes während der Partien. "Ich habe mich früher immer gepusht, nach jedem Ballwechsel gebrüllt oder geflucht. Das ist ein bisschen wie beim Boxkampf. Du kannst damit auch den Gegner beeinflussen, beeindrucken und sogar verängstigen."

Zwischen den Spielen schnappt Yonas Kopittke vor der Tür kurz nach Luft, macht auf den Zuschauerbänken etwas Gymnastik und erzählt von seinen Vorbildern. "Der frühere Düsseldorfer Dimitrij Ovtcharov - und mein Vater natürlich." Von ihm habe er sich den Vorhandspin abgeschaut. In die Regionalliga möchte er es auch einmal schaffen.

Im Einzel zieht er nach der Gruppenphase über den Sieg im Viertelfinale in die Vorschlussrunde ein. Es ist das achte Spiel innerhalb von drei Stunden. Die Leichtigkeit ist dahin, der Kräfteverschleiß offensichtlich: Nach einer 2:1-Satzführung unterliegt er seinem Vereinskameraden Sven Beathalter mit 2:3 (11:9, 8:11, 11:6, 10:12, 4:11), nachdem er im vierten Satz einen Matchball vergeben hatte. Der Traum von der Titelverteidigung ist damit dahin. Doch Yonas Kopittke hat die Enttäuschung schnell abgehakt, freut sich schon auf seinen Start am nächsten Tag mit seinem Vater im Doppel der Herren-S-Klasse (wo er Vize-Meister wird).

Der TSV Meerbusch um Abteilungsleiter Helmut Urbas registrierte insgesamt 92 Teilnehmer und 180 Meldungen bei der zweitägigen Stadtmeisterschaft, davon waren 100 Erwachsene und 80 Kinder. Der TSV gewann alle Jugend- und Schüler-Konkurrenzen. Insgesamt 23 Spielklassen wurden ausgespielt und 117 Pokale vergeben. Die jüngsten Teilnehmer waren neun Jahre, die beiden ältesten 75.

Quelle: RP
 
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